PLÄNE EINES RECHTSRADIKALEN DEUTSCHEN? Islamist und IS-Anhänger Muharrem D. plante Rohrbombenanschläge u.a. auf Moscheen

Guten Morgen liebe Hessen,

Waldkraiburg ist ein beschaulicher Ort im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Dort kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Anschlägen auf türkische Geschäfte. In einem Dönerladen, einer Pizzeria und einem Friseursalon waren mehrere Scheiben eingeworfen worden. Durch Zufall wurde der Tatverdächtige – ein 25-jähriger Deutscher – festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden Rohrbomben, Schwarzpulver, Phosphor und eine Waffe mit dazugehöriger Munition entdeckt. Die Bomben hatte der Tatverdächtige selbst gebastelt. Nach eigenen Angaben hatte er weitere Anschläge geplant.

Als der Tatverdächtige an einem Freitagabend mit einem Koffer in der RB 27992 von Garching nach Mühldorf fuhr, wurde sein Ticket kontrolliert. Da er keines hatte, wurde er auf dem Bahnhof der Bundespolizei übergeben, die seine Identität feststellte. Da er bereits wegen verschiedener Drogendelikte polizeibekannt ist, wird sein Koffer geöffnet, wobei zehn professionell gefertigte Rohrbomben gefunden werden. Er wurde festgenommen und wird wegen vielfachen Mordversuchs angeklagt (2). Der Tatverdächtiger beschreibt sich als Islamist und Anhänger des IS und gibt als Tatmotiv „Hass auf die Türken“ an. Der Tatverdächtige hatte weitere Anschläge – u.a. auf Moscheen – geplant, wobei er auch Imame erschießen wollte. Mit seinen Anschlägen wollte er die Türkei treffen, die er als Anhänger der Ideologie des islamistisch-terroristischen Netzwerks als „Feind des IS“ betrachtet (3).

Der Leser bzw. Zuschauer nimmt an, dass es sich um einen rechtsradikalen Täter handelt, der die Anschläge verübt und weitere geplant hatte. Dennoch bleibt zunächst die Berichterstattung verdächtig dünn. Bundespräsident und Kanzlerin schweigen, ebenso der Kardinal, Bischof Bedford-Strohm und der Vorsitzende des Zentralrats. Vermutlicher Grund: der Tatverdächtige heißt Muharrem D. und ist Sohn türkischer Eltern (2). Dennoch wird die Tat vermutlich in die Statistik als politisch motivierter Anschlag eines rechtsradikalen Deutschen eingehen.

Dabei erscheint eines eindeutig: Konflikt und Tatmotiv sind importiert. Die zahllosen Auseinandersetzungen in islamischen Ländern sind für Außenstehende nur schwer oder überhaupt nicht nachzuvollziehen. Meist geht es um ethnische Konflikte oder um die Frage der richtigen Auslegung religiöser Vorschriften. Der Fall zeigt, dass es Zuwanderer gibt, die auch nach langjährigem Aufenthalt in Mitteleuropa und Zuerkennung einer anderen Staatsangehörigkeit ihre mitgebrachten Konflikte weiterhin ausleben.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/is-anhaenger-gesteht-anschlaege-in-bayern/
(2) https://www.bild.de/bild-plus/regional/muenchen/muenchen-aktuell/waldkraiburg-bayern-attentaeter-sass-mit-zehn-rohrbomben-in-der-bahn-70566364.bild.html
(3) https://www.ovb-online.de/weltspiegel/bayern/muehldorf-festnahme-verdaechtiger-anschlaege-waldkraiburg-13756779.html

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