Polizeischutz für Mafia-Boß – Kosten: € 100.000 pro Tag

Guten Morgen liebe Hessen,

Deutschland wird immer wieder als „Freiluft-Irrenhaus“ bezeichnet, das von Vollidioten regiert wird. Tatsächlich gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass das nicht übertrieben ist. Hier ist ein weiterer. Ort des Geschehens: die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), ein Krankenhaus in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen, das einen ausgezeichneten Ruf genießt – jedenfalls was die medizinische Versorgung angeht. Das ist auch weit über die Grenzen Niedersachsens und auch Deutschlands bekannt. So zum Beispiel auch in Montenegro.

Dort wurde Ende Januar Igor K. (35), Mitglied eines Mafia-Clans, im Rahmen einer Auseinandersetzung um Drogen angeschossen, als er im Auto einen Bahnübergang überquerte. Er wurde von sieben Kugeln getroffen und dabei schwer verletzt. In einer örtlichen Klinik wurde er versorgt und operiert. Offensichtlich waren die Ärzte vor Ort überfordert und stellten eine Anfrage an europäische Kliniken, worauf sich die Unfallchirurgie der MHH meldete und Igor K. mit einem privaten Learjet nach Hannover geflogen wurde (1). An dieser Stelle kann man sich natürlich die Frage stellen, ob eine Klinik, die mit Steuergeldern unterhalten und betrieben wird, nicht primär für die Versorgung von denjenigen zuständig sein sollte, die sie finanzieren. Universitätskliniken bieten einen hohen medizinischen Standard, arbeiten aber nie kostendeckend, sondern sind immer Zuschussbetriebe. Was grundsätzlich in Ordnung ist, da sie Studenten und Ärzte ausbilden und so eine gute Versorgung im Land sicherstellen.

Das schließt natürlich nicht aus, dass auch Patienten aus anderen Ländern behandelt werden, wenn im Einzelfall eine Versorgung im Heimatland nicht möglich ist. Aber Igor K. ist nicht irgendein Patient, sondern offensichtlich hochgradig gefährdet, wie der bewaffnete Angriff zeigt. Und seine Gegner haben ihr Vorhaben, ihn zu töten, vermutlich nicht aufgegeben, sondern verfolgen dies weiter. Und deshalb wird Igor K. in Hannover nicht nur behandelt, sondern auch gleich rund um die Uhr bewacht. Und das nicht von irgendwelchen Bodygards oder Security-Leuten, sondern von SEK-Beamten. Und die verwandeln die MHH in eine Festung. Zahllose Mannschaftsbusse und Streifenwagen befinden sich auf dem Klinik-Gelände, schwer bewaffnete Beamte kontrollieren die Eingänge zur Intensivstation der Unfallchirurgie. Teilweise waren mehr als 250 Beamte vor Ort. Kosten für den Steuerzahler: 100.000 Euro pro Tag. Nur die Behandlung zahlt der Patient selbst (2). Und falls er tatsächlich zahlt, stellt sich die Frage nach der Herkunft des Geldes. Denn wer Geld annimmt, das aus kriminellen Aktivitäten stammt, macht sich möglicherweise der Geldwäsche schuldig.

Aber nicht nur der Patient ist gefährdet – auch die Mitarbeiter der Klinik und andere Patienten. Die könnten bei einem Anschlag auf den Patienten auch verletzt werden. Aber nicht nur das. Laut Presseinformationen trägt der angeschossene Montenegriner multiresistente Krankenhauskeime in sich (3). Multiresistente Keime sind extrem gefährlich, da sie teilweise gegen sämtliche Antibiotika resistent sind und immer die Gefahr eine Übertragung auf andere – schwer erkrankte und in ihrer Abwehr geschwächte – Patienten besteht. Aber das interessiert die Verantwortlichen vermutlich nicht. Denn wir sind ein weltoffenes Land – offen für jeden: Kriminelle aus aller Welt und Krankheitserreger aus aller Welt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/schuesse-auf-igor-k-was-kostet-der-schutz-des-mafia-bosses-den-steuerzahler-68811984.bild.html
(2) https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/clan-mitglied-igor-k-klinik-haette-patienten-nie-aufnehmen-duerfen-68853272.bild.html
(3) https://www.bild.de/bild-plus/regional/hannover/hamburg-aktuell/keim-raetsel-um-igor-k-mafia-boss-doppelt-gefaehrlich-68860212.bild.html

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