Quote statt Qualität: TU Eindhoven besetzt Stellen ausschliesslich nach Geschlecht

Guten Morgen liebe Hessen,

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. So steht es in Art. 3 des Grundgesetzes. Und so ist es auch in der Realität. Was viele nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen: Gleichberechtigung führt nicht zu Ergebnisgleichheit. Frauen dürfen z.B. studieren. Das gilt für alle Fachrichtungen, auch für die sog. MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieur, Naturwissenschaften, Technik). Und obwohl das so ist, finden sich dort unter den Studenten nur etwa 10 Prozent Frauen. Über die Ursache kann man spekulieren, mangelnde Gleichberechtigung ist es jedenfalls nicht. Der Zugang zu den Universitäten steht allen gleichermaßen offen.

Man kann sich auch darüber streiten, ob es erstrebenswert ist, dass 50 Prozent aller Ingenieure Frauen sind. Dem Nutzer und Endverbraucher kann es egal sein. Für ihn ist es nur wichtig, dass das von einem Ingenieur konstruierte Produkt (Waschmaschine, Auto, Rasenmäher) einwandfrei funktioniert. Und wenn Frauen mehrheitlich lieber Sprachen oder Pädagogik studieren als Maschinenbau oder Architektur, sollte man ihnen diese Entscheidung selbst überlassen.

Gleichwohl gibt es nicht wenige, die glauben, Frauen müssten überall und in allen Berufen zu 50 Prozent vertreten sein. Und wenn die Frauen das eigentlich nicht wollen, weil sie andere Interessen haben, muss man eben nachhelfen. Zum Beispiel mit einer Quote. Und so werden teilweise Frauen eingestellt, obwohl es unter den Bewerbern besser qualifizierte Männer gibt. Die technische Universität in Eindhoven (NL) ist noch einen Schritt weiter gegangen. Weil der Frauenanteil dort nur bei etwa 15 Prozent liegt, sollen zukünftig nur noch Frauen eingestellt werden (1).

Der Rektor der Universität führt hierzu aus, dass „Universitäten bevorzugt aus Bevölkerungsgruppen rekrutieren dürfen, die sonst unterrepräsentiert sind“ (2). Bevorzugt heißt in diesem Fall: einstellen trotz geringerer Qualifikation. Begründung des Rektors: „Diversität und Innovation“ hängen zusammen. Daher brauche es für eine erfolgreiche Forschung Männer und Frauen in akademischen Positionen. Anders formuliert: technische Innovationen und erfolgreiche Wissenschaft sollen nur dann möglich sein, wenn Männer und Frauen gemeinsam daran arbeiten und dabei eine Quote von 50:50 eingehalten wird.

Das war bisher nicht so. Erfindungen und technische Innovationen wurden bisher von Einzelpersonen (Männer oder Frauen) auf den Weg gebracht, wie etwa Johannes Gutenberg (Buchdruck), Philipp Reis (Telefon), Werner von Siemens (Straßenbahn) oder Konrad Zuse (Computer). Vielfach waren es auch Teams, die sich deswegen zusammengefunden hatten, weil sie dieselben Interessen hatten und als Team gut funktionierten. Aber nie, weil ihnen eine Quote für bestimmte Eigenschaften der Teammitglieder vorgegeben wurde.

Man muss sich an dieser Stelle fragen, was passiert wäre, wenn die königlich württembergische Regierung dem Tüftler Gottlieb Daimler aus Bad Cannstatt vorgeschrieben hätte, dass er sein Team nicht nach Fachwissen und Kreativität zusammenstellen soll, sondern nach Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung und Herkunft. Das Team wäre dann bunt und vielfältig gewesen, aber wahrscheinlich würden wir heute noch mit der Pferdekutsche reisen.

Oder wenn die US-Regierung angeordnet hätte, dass die NASA ihre Mitarbeiter für das Apollo-Programm streng diskriminierungsfrei und nach diversen Regeln auszuwählen hätte, nicht aber nach Eignung und Leistung. Die Saturn-Rakete wäre vermutlich nie abgehoben.

Insoweit darf man gespannt sein, welche Neuerungen zukünftig von der TU Eindhoven kommen. Vielleicht neue Erkenntnisse in der Gender-„Forschung“.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2019/technische-universitaet-eindhoven-will-nur-noch-frauen-einstellen/

(2) https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frauenquote-an-tu-eindhoven-warum-diese-uni-nur-noch-frauen-einstellt-a-1274769.html

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