Quoten-Irrsinn anschaulich gemacht: Grünen-Mann tritt auf Frauenquotenplatz an

Guten Morgen liebe Hessen,

David Allison war bislang weitgehend unbekannt. Der Name lässt einen Migrationshintergrund aus einem englischsprachigen Land vermuten. Und natürlich dass es sich um einen Mann handelt. Aber David Allison ist Mitglied der Grünen im Kreis Reutlingen. Und die Grünen sind eine ganz besondere Partei, die ihre eigenen Regeln hat. So lautet z.B. § 3 Abs. 1 (Gleichberechtigte Teilhabe) der Satzung des Bundesverbandes (letzte Änderung 22.11.2020): „Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Politik ist ein politisches Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Mindestquotierung von Ämtern und Mandaten ist eines der Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Von dem Begriff „Frauen“ werden alle erfasst, die sich selbst so definieren. Dies und weitere Maßnahmen regelt das „Frauenstatut“.

Diese Bestimmung hatte sich David Allison kürzlich in Erinnerung gerufen, als in seinem Kreisverband Vorstandswahlen anstanden und eine Position besetzt werden sollte, die für eine Frau vorbehalten war. Denn das Frauenstatut der Partei bestimmt, dass Ämter und Mandate mindestens zu 50 Prozent von Frauen besetzt werden müssen, wobei auf die erste Position immer eine Frau gewählt werden muss. Und für diese Position wollte sich David Allison bewerben, obwohl er als Mann dazu eigentlich kein Recht hatte. Aber die Satzung half ihm weiter. Denn er bewarb sich für die Position und erklärte vor der Versammlung: „Ich kandidiere. Ich bin eine Frau“. Der bärtige Kandidat wurde daraufhin mehrfach gefragt, ob er seine Kandidatur wirklich ernst meine. Er bestätigte dies und erläuterte seine Kandidatur: „Ich lebe in einer glücklichen lesbischen Beziehung mit meiner Cis-Gender-Frau. Wir haben zwei Kinder. Meine Frau hat zwar nicht gewusst, dass sie lesbisch ist, als sie mich geheiratet hat. Aber das Leben bringt so manche unerwarteten Änderungen mit sich“ (1).

Damit hatte offensichtlich niemand im Parteivorstand gerechnet und das Vorstandsmitglied Thomas Rose zeigte sich überfordert: „Wir waren alle überrascht, dass er kandidiert. Er hat uns kalt erwischt. In dem Moment, wo Herr Allison kandidierte, war uns aber klar, dass es sich um eine Protestaktion handelte“. Tatsächlich wollte Allison auf die „inhaltliche Fehlentwicklung der grünen Identitätspolitik“ hinweisen (1). Eigentlich war die Aktion überflüssig. Denn der Widerspruch ist offensichtlich und für jeden erkennbar: wer bestimmte Positionen aus Gründen der Chancengleichheit explizit für Frauen reserviert und gleichzeitig als Frau alle diejenigen definiert, die sich selbst so bezeichnen, führt die Regelung ad absurdum. Dieser offensichtliche Widerspruch war aber wohl weder für die – vermutlich zahlreichen – Autoren der Satzung noch für deren Anwender erkennbar oder – was wahrscheinlicher ist – wurde nicht als solcher wahrgenommen, weil Realitätsblindheit zur genetischen Ausstattung der Grünen gehört.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/gruene-in-baden-wuerttemberg-dieser-mann-bewarb-sich-als-frau-77629932.bild.html#remId=1700413916075782778%25252525252525253FjsRedirect

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