Rassismus als Vorurteil – wer ist Schuld am wirtschaftlichen Elend der Afroamerikaner?

Guten Morgen liebe Hessen,

Derzeit sind sämtliche Zeitungen voll mit Berichten über den weltweiten Rassismus. Kürzlich titelte die ZEIT: „Kaum Chancen auf ein Haus“. Gemeint sind die Afroamerikaner, deren „wirtschaftliche Diskriminierung in den USA eine lange Tradition“ hat. Derzeit droht „überdurchschnittlich vielen schwarzen Familien im Land die Zwangsräumung“ ihrer Immobilie, weil sie die Raten an die Bank nicht mehr zahlen können. Denn die „soziale Ungleichheit“ hat die Folgen der Corona-Pandemie „noch einmal potenziert“. Die Epidemie trifft Afroamerikaner „weit stärker und tödlicher als Weiße“. Das liegt zum einen an der „meist schlechteren Gesundheitsversorgung“ und daran, dass sie überproportional oft als Lagerarbeiter, Auslieferer, Kranken- und Altenpfleger arbeiten, d.h. in Jobs, bei denen sie dem Virus mehr ausgesetzt sind als bei anderen Tätigkeiten (1).

Und dann gibt es die von verschiedenen Forschern ermittelte Vermögenslücke: während das mittlere Haushaltsvermögen einer weißen Familie in den USA bei etwa 170.000 US-Dollar liegt, beträgt das Vermögen bei afroamerikanischen Familien auf nur etwa 17.000 US-Dollar – also nur etwa ein Zehntel davon. Das hat vor allem mit dem Immobilienbesitz zu tun: während etwa drei Viertel der weißen US-Bürger im eigenen Haus wohnen, sind das bei den Afroamerikanern nur 44 Prozent (1). Und die haben ihre Immobilie meist mit hohen Krediten finanziert, die sie im Falle einer Krise, bei der sie den Job verlieren, nicht mehr bedienen können. Dass Afroamerikaner meist schlecht bezahlte Tätigkeiten ausüben, ist Fakt – ebenso dass sie deutlich seltener Immobilien besitzen als Weiße. Das hat jedoch kaum etwas mit einer vorgeblichen Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe zu tun. Korrelation ist eben nicht gleich Kausalität.

So haben z.B. schwarze US-Bürger ghanaischer Herkunft ein ähnlich hohes Haushaltseinkommen wie weiße Amerikaner (66.000 USD bzw. 70.000 USD), während Afroamerikaner ein deutlich geringeres Einkommen haben (41.000 USD) (2). An der Hautfarbe kann es also ganz offensichtlich nicht liegen. Eine viel wahrscheinlichere Ursache dagegen könnte die Familienstruktur sein. Während weiße US-Bürger meist in einer Paar-Beziehung leben, ist dies bei Afroamerikanern häufig nicht der Fall. So liegt der Anteil alleinerziehender Mütter in den USA bei Weißen bei etwa 17 %, bei Afroamerikanern dagegen bei 56 % – also mehr als dreimal so hoch (3). Dass alleinerziehende Mütter häufig in prekären Verhältnissen leben, ist bekannt.

Somit liegt die Ursache der wirtschaftlichen Unterschiede zwischen schwarz und weiß in den USA weniger an der vielfach beklagten Diskriminierung, sondern vielmehr an Faktoren, an denen der weiße Mann keinen Anteil hat. Das passt aber nicht ins Weltbild der ZEIT-Journalisten und wird daher tunlichst verschwiegen. Weil es nach deren Vorstellung nur eine Wahrheit gibt: am wirtschaftlichen Elend der Afroamerikaner sind immer die Weißen Schuld.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/2020/25/usa-wirtschaftliche-diskriminierung-steven-mnuchin-redlining/komplettansicht
(2) https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_ethnic_groups_in_the_United_States_by_household_income
(3) https://www.pewresearch.org/fact-tank/2019/05/08/facts-about-u-s-mothers/

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