RASSISMUS FATA MORGANA: Grüne wollen Jahrhunderte alten Ort umbennen

Guten Morgen liebe Hessen,

Im Norden Deutschlands gibt es zahlreiche Ortsnamen, die den etwas südlicher lebenden Bürgern fremd bis merkwürdig anmuten. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: viele Ortsnamen haben plattdeutsche Wurzeln und klingen daher merkwürdig – jedenfalls für alle diejenigen, die kein platt verstehen. Bislang hat das aber niemanden gestört. Aber offensichtlich kam kürzlich ein Mitglied der Grünen Jugend Bad Segeberg von der Bundesstraße ab, weil das Navi versagte oder der Akku im Smartphone leer war, und landete in einem Ort mit dem Namen „Negerbötel“. Eigentlich ein langweiliges Kaff mit knapp 1.000 Einwohnern. Langweilig bis auf den Ortsnamen, der bei der Grünen Jugend für Aufregung sorgte. „Der Ortsname N***rnbötel enthält das sehr verletzende und rassistische N-Wort“, vermerkten sie bei Instagram und forderten, den Ort umzubenennen (1).

Dabei hat Negernbötel überhaupt nichts mit Negern zu tun. Der Name besteht schon seit dem Mittelalter und hat seinen sprachlichen Ursprung im Plattdeutschen. Der Begriff „Bötel“ bezeichnet dabei eine Siedlung (Plattdeutsch: „Botele“). Von diesen gabe es eine, die näher am Kloster lag (Plattdeutsch: „negern“), eine andere, die weiter entfernt lag (Plattdeutsch: „fehren“). Und so entstanden die Namen der beiden Dörfer „Negernbötel“ und „Fehrenbötel“ – und so heißen sie seit 700 Jahren. Damit soll jetzt Schluss sein – jedenfalls nach dem Willen der Grünen Jugend des benachbarten Bad Segeberg. Die haben inzwischen zwar verstanden, dass der Name nichts mit „Negern“ zu tun hat und daher eindeutig keinen rassistischen Ursprung hat, aber – so die Grünen-Sprecher – Plattdeutsch sei „keine sehr weit verbreitete Sprache mehr“, d.h. jeder, der diese Sprache nicht versteht, assoziiert den Namen „mit dem rassistischen, Jahrhunderte zur Unterdrückung von schwarzen Menschen genutzten N-Wort“ (1).

Die Negernböteler möchten aber ihren Ortsnamen behalten, denn – so eine Bewohnerin – „eine Umbenennung würde niemandem helfen“. Der ehemalige Bürgermeister des Ortes hält die Diskussion für lächerlich und ohne Substanz. Noch deutlicher wird der aus Scleswig-Holstein stammende Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki (FDP): „Die Grünen beginnen den Bundestagswahlkampf mit kulturimperalistischen Forderungen. Wer Menschen, die an einem bestimmten Ort wohnen, zumindest unterschwellig in die rassistische Ecke stellt, der hat alle Maßstäbe verloren. An diesen wahnsinnigen Forderungen zeigt sich, dass der grüne Pragmatismus, den Baerbock und Habeck in den vergangenen Jahren demonstrieren wollten, nur vorgespielt war. So sind die Grünen jedenfalls keine ernstzunehmende Regierungspartei“ (1)

Der Vorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein – Robert Habeck – wollte sich auf eine Anfrage der Bild-Zeitung zu dem Fall nicht äußern (2). Verständlich, denn der Fall zeigt einmal mehr, dass die Grünen jedes Maß und Ziel verloren haben. Ihre Aktivität beschränkt sich auf das Verbieten angeblich rassistischer Begriffe, selbst wenn diese nichts mit Rasse oder Rassismus zu tun haben – wie etwa die Mohren-Apotheke (von Mauren) oder eben der Ort Negernbötel. Fragt sich, was als nächstes kommt. Vielleicht das Überkleben des Namens von Ernst Neger auf seinem Grabstein auf dem Mainzer Hauptfriedhof.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/news/inland/news-inland/es-geht-um-das-n-wort-gruenen-nachwuchs-will-dorf-umbenennen-76543536.bild.html

(2) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/gruene-jugend-fordert-umbenennung-von-negernboetel/

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