Ratgeber in Merkel-Deutschland: Was tun, wenn man vor den Schutzsuchenden Schutz suchen muss?

Guten Morgen liebe Hessen,

alle Zeitungen sind voll mit Ratgebern, die Empfehlungen abgeben, wie man sich in bestimmten Situationen am besten verhält. Was mache ich, wenn ich Maulwürfe im Garten, Feuchtigkeit im Keller oder Blähungen im Darm habe oder wenn es brennt. Für alle Situationen im Leben gibt es gute Ratschläge vom Experten.

Für alle? Nicht ganz. Bislang wissen wir nicht, was wir tun sollen, wenn auf dem Bürgersteig direkt vor uns ein Schutzsuchender mit einem Schwert seinen WG-Nachbarn zerstückelt. Wie verhält man sich in dieser Situation richtig. Das hat uns bisher niemand erklärt, weil die Situation neu ist.

Doch BILD hilft hier weiter. Titel: „Bluttat in Stuttgarter Wohngebiet – Polizei: So reagieren Sie in einem solchen Fall richtig“. Selbstverständlich gelten die Verhaltensregeln nicht nur für einen Aufenthalt im Stuttgarter Wohngebiet, sondern überall in der Republik. Extreme Gewalttaten wie die tödliche Schwert-Attacke in Stuttgart sind „zum Glück noch immer sehr selten“ (1). Richtig: bisher haben wir Glück gehabt. Aber das muss ja nicht so bleiben. Und „noch immer“ bedeutet: das wird sich zukünftig wohl ändern. Denn die Botschaft ist klar: in die Situation kann zukünftig jeder kommen, der irgendwo in einer deutschen Groß- oder Kleinstadt auf der Straße unterwegs ist, weil er zur Arbeit muss, zu einer Feier odereinfach Brötchen holen will. Man geht arglos des Weges und plötzlich ist er da: der „Mann“, der mit einem „schwertähnlichen Gegenstand“ auf seinen Kontrahenten einsticht. Was dann?

BILD-Ratschlag: „Fliehen Sie, wenn es Ihnen gefahrlos möglich ist“ (1). Das ist leicht gesagt. Woher weiß ich das es gefahrlos ist? Und was ist, wenn nicht? Antwort: „Stellen Sie sich Tätern nicht in den Weg“ und „Versuchen Sie nicht, Tätern die Waffen zu entwenden“ (1). Da bleibt nur: stehenbleiben und hoffen, dass der Täter einen verschont. Wenn man aber in Sicherheit ist, kann man auch versuchen, helfend einzugreifen: „Als letztes Mittel kann man einen Täter auch gezielt mit dem Auto anfahren – die Staatsanwaltschaft bewertet den konkreten Einzelfall“ (1). Woher nehme ich ein Auto, wenn ich zu Fuß unterwegs bin? Soll ich irgendeines aufbrechen oder doch lieber mein eigenes aus der Garage holen? Dann ist es aber vielleicht zu spät und der Tatverdächtige längst weg.

In jedem Fall aber soll man die Polizei alarmieren. Aber: „Verbreiten Sie keine Meldungen aus den sozialen Netzwerken, die anscheinend von weiteren Angriffen berichten – dadurch vermeiden Sie Panik“ (1). Denn: ein Angriff mit einem Schwert ist immer ein lokales Ereignis und sollte auch lokal begrenzt bleiben. In keinem Fall darf die Bevölkerung beunruhigt oder gar in Panik versetzt werden.

Einen wichtigen Ratschlag hat BILD vergessen: „Filmen Sie in keinem Fall die Szene mit dem Handy. Damit greifen Sie in die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Täters ein. Die zuständige Staatsanwaltschaft wird dies mit aller Härte des Gesetzes strafrechtlich verfolgen“. Mit Recht: Filmaufnahmen von der Tat könnten – insbesondere dann, wenn sie verbreitet werden – die spätere Resozialisierung des mutmaßlichen Täters gefährden. Oder die psychiatrische Behandlung erschweren. Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Tatverdächtiger psychisch erkrankt ist. Insbesondere dann, wenn er Schutzsuchender ist. Die Flucht durch viele Länder und der Verlust von Pass und Schulzeugnissen hinterlässt oft eine schwere Traumatisierung, die sich auch Jahre später in einer unkontrollierten Tat zeigt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/regional/stuttgart/stuttgart-aktuell/bluttat-in-stuttgart-wie-reagiere-ich-in-so-einem-fall-richtig-63729426.bild.html

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren