Rentenproblematik in Dauerschleife: Unqualizierte Zuwanderung hilft nichts und schadet

Guten Morgen liebe Hessen,

Wieder einmal hat eine Expertengruppe – diesmal der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums – die Probleme des Rentensystems aufgezeigt: es drohen „schockartig steigende Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung ab 2025“ (1). Die Erkenntnisse sind nicht neu. Es bedarf nicht einmal einer komplexen Berechnung, wie sie das Ministerium vorgenommen hatte. Als die Rentenversicherung unter Bismarck eingeführt wurde, lag das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Die meisten Arbeitnehmer fingen mit 15 an zu arbeiten, brachten es also auf ein Arbeitsleben von etwa 50 Jahren. Danach lebten sie im Durchschnitt 7 Jahre. 50 Jahre Arbeit standen somit 7 Jahren Rentenempfang gegenüber – also eine Relation von 7:1. Heute arbeiten die meisten nur noch etwa 40 Jahre und genießen dann 20 Jahre ihre Rente – eine Relation von 2:1.

Soweit der Einzelfall. Hinzu kommt der demografische Faktor. Ende des 19. Jahrhunderts sah die grafische Darstellung der Altersverteilung aus wie eine Pyramide, heute wie eine Zwiebel: während früher der größte Teil der Bevölkerung jung war, ist er heute älter bis alt. Folge: während früher sechs oder sieben Jüngere für einen Rentner aufzukommen hatten, wird die Relation zukünftig 1:1 sein, d.h. ein Beitragszahler muss für einen Rentner aufkommen. Dass das Auswirkungen auf das Rentenniveau haben muss, ist offensichtlich. Und so ist die Rentenversicherung schon längst nicht mehr in der Lage, sich selbst zu finanzieren, sondern ist auf Zuschüsse durch den Bund (aus Steuergeldern) angewiesen – derzeit etwa 100 Milliarden Euro pro Jahr (2).

Eine mögliche Lösung wäre die Zuwanderung von Fachkräften, die ihr Arbeitsleben in Deutschland verbringen und in die Rentenversicherung einzahlen. Die Zuwanderer sind zwar inzwischen da, aber nur ein Bruchteil geht einer versicherungspflichtigen Tätigkeit mit mittlerem oder höherem Einkommen nach. Der größte Teil arbeitet entweder überhaupt nicht oder geht einer Beschäftigung mit geringer Bezahlung nach, teilweise mit Aufstockung durch Transferleistungen. In der Summe dürften die Zuwanderer der letzten Jahre den Sozialstaat nicht unerhebliche Summen kosten, der Ökonom Prof. Sinn gibt die Kosten mit 450.000 Euro pro Flüchtling an (3) – macht knapp eine Billion Euro bei 2 Millionen Personen.

Dieses Geld fehlt dann natürlich in der Bundeskasse und steht als Zuschuss zur Rentenversicherung nicht mehr zur Verfügung. Und damit wird deutlich, dass die Rentenzahlungen für zukünftige Generationen nicht nur aufgrund der demografischen Schieflage in Gefahr geraten, sondern auch wegen des erforderlichen Zuschusses, der aus dem laufenden Bundeshaushalt bestritten werden muss und der wegen anderer Ausgaben möglicherweise zukünftig nicht mehr in der erforderlichen Höhe zur Verfügung stehen wird.

Da sich die Schieflage aber erst in späteren Jahren zeigen wird, sind die heutigen Politiker kaum bereit, sich des Problems anzunehmen, da sie die Folgen selbst nicht – jedenfalls nicht unmittelbar – spüren werden. Und das werden sein: Zunahme der Lebensarbeitszeit und Erhöhung der Rentenbeiträge.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik/experten-leider-wirds-fuer-alle-richtig-teuer-so-retten-wir-die-rente-vor-dem-ru-76685484,la=de.bild.html

(2) https://rentenbescheid24.de/bundeszuschuss-zur-rente-steigt/

(3) https://www.wochenblick.at/top-oekonom-packt-aus-ein-fluechtling-kostet-450-000-euro/

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