Rentnerin für 18,73 Euro Ladendiebstahl verurteilt!

Guten Morgen liebe Hessen,

Ingrid M. ist 85 Jahre alt und wird mit dem Rollstuhl an die Anklagebank geschoben. Die Rentnerin soll Kosmetika im Wert von insgesamt 18,73 Euro gestohlen haben.

Es ist nicht ihr erster Diebstahl. Einmal beobachtete eine Verkäuferin, wie Ingrid M. Gulasch aus der Fleischtheke in einen Gefrierbeutel füllte. Weitere Ladendiebstähle folgten: Fertigsuppen, eine Flasche Rum und Kosmetikartikel.

Laut Medienbericht hat Ingrid M. ihr halbes Leben lang gearbeitet und lebte mit ihrem zweiten Mann im Wohlstand – elegante Landhausmöbel und gutes Essen gehörten dazu. Doch dann habe sie ihr Vermögen verloren. Und im selben Jahr ihren Mann. Heute bekommt sie eine Witwenrente von etwa 725 Euro pro Monat [1].

Aus Geldmangel hat sie dann wiederholt gestohlen – in der Regel Artikel von geringem Wert und wird dafür mehrfach verurteilt. Das Gericht, das sich mit dem aktuellen Diebstahl befasst, kennt wenig Gnade. Zwar habe man „sehr wohl das hohe Lebensalter und den Gesundheitszustand von Frau M. berücksichtigt“ – auf der anderen Seite gebe es die vielen Vorstrafen und die Bewährungsstrafen, die sie nicht genutzt habe. „Die Justiz hat sehr viel Geduld mit Ihnen gehabt“, so der Richter. Und er bestätigt das Urteil: vier Monate Gefängnis für die 85-jährige.

Deutlich mehr Nachsicht erfahren Menschen, die noch nicht so lange hier leben wie Ingrid M., die uns dafür aber etwas bringen, das „wertvoller als Gold“ ist – so jedenfalls Martin Schulz, ehemaliger Kanzlerkandidat der SPD.

Unter denen ist z.B. der „Pendeltrick“ weit verbreitet, mit dem Sozialleistungen in zwei unterschiedlichen EU-Staaten erschlichen werden [2].

Man muss dazu aber nicht einmal eine EU-Grenze überschreiten. Sozialbetrug funktioniert auch innerhalb Deutschlands relativ einfach: man lässt sich einen Bart wachsen lassen, setzt mal eine Brille auf, trägt mal die Haare kürzer und wählt bei den Behörden immer einen anderen Nachnamen, um Sozialleistungen zu erschleichen. Ausweispapiere werden dazu nicht benötigt – man gibt nur irgendeinen Namen, einen beliebigen Herkunftsort und ein halbwegs glaubhaftes Alter an – und schon erfolgt die Auszahlung. Und das geht natürlich auch mit mehreren Namen an verschiedenen Orten, da die Behörden untereinander wenig kommunizieren.

In einem Fall stießen die Ermittler auf einen Asylbewerber mit zwölf Identitäten. „Er hat rund 45.000 Euro zu Unrecht bekommen“, sagte ein Ermittler [3]. Wobei man sich bereits im Klaren ist, dass dieser Sozialbetrug nachträglich nur schwer zu ahnden ist, da die sog. Flüchtlinge bereits weitergezogen sind, bis Ihr Betrug auffällt.

Ein Schutzsuchender läuft – im Gegensatz zu Rentnerin Ingrid M. – trotz 542 Straftaten noch immer frei in Frankfurt herum. Zu seinen Straftaten gehören u.a. Besitz und Erwerb von Drogen, Körperverletzung, Diebstahl, Raub und Erschleichung von Leistungen. Herkunft und Identität sind unklar [4]. Merkel macht´s möglich!

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

[1] https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/ladendiebin-wieder-verurteilt-mit-85-jahren-hinter-gitter-16133137.html

[2] https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-lindau/lindau_artikel,-sozialbetr%C3%BCger-im-fernbus-_arid,10615303.html

[3] https://www.stern.de/politik/deutschland/sozialbetrug–fluechtlinge-sollen-mehrfach-sozialgeld-kassiert-haben—millionenschaden-7262552.html

[4] https://www.krone.at/1762068

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren