Rosa Weihnachtsmarkt in Frankfurt – LGBTQ+-Community grenzt sich ab

Guten Morgen liebe Hessen,

In zahlreichen Städten des In- und Auslandes gibt es Weihnachtsmärkte. Gerade in Deutschland haben Weihnachtsmärkte eine lange Tradition. Berühmt sind die Märkte in Dresden, Nürnberg und vielen anderen Städten, die jedes Jahr viele Besucher anlocken, die teilweise aus den USA oder Japan anreisen. Auch in Frankfurt gibt es einen Weihnachtsmarkt, der sich vom Römerberg über die Zeil bis zur Konstabler Wache erstreckt. Nachdem der Markt im letzten Jahr pandemiebedingt ausfallen musste, findet er in diesem Jahr wieder statt – mit geringfügigen Modifikationen und Einschränkungen. Dennoch ist der Oberbürgermeister am Eröffnungstag zuversichtlich: „Er wird anders sein als 2019, aber es wird ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt sein mit allem, was dazugehört. Ich freue mich jetzt schon auf die funkelnden Lichter, die glücklichen Gesichter und den Weihnachtsmarktduft, der bald wieder durch die Stadt ziehen wird. Diese Melange aus dampfendem Glühwein, etwas Kartoffelpuffer, einem Hauch Tannennadel und gebrannten Mandeln mit einer Spur Bethmännchen“. Und der Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main (TCF) ergänzt: „Es soll ein Weihnachtsmarkt für alle sein“ (1).

Eigentlich ist ein Weihnachtsmarkt für alle da. Es gibt kaum ein Ereignis, das alle gesellschaftlichen Gruppierungen so vereint und bei dem es keine sozialen Unterschiede gibt. Da steht am Glühweinstand der Bankdirektor neben dem bei Paketboten und an der Wurstbude die Reinigungskraft neben der Stadträtin. Das ist nicht nur auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt so, sondern überall. Denn es ist ein Wesen dieses Marktes, dass er während der besinnlichen Zeit alle zusammenbringen möchte. Alle? Nein, natürlich nicht. Denn in Frankfurt – der Welthauptstadt der Buntheit und Toleranz – feiern auf dem Weihnachtsmarkt eben nicht alle zusammen. Eine Gruppierung sondert sich ganz bewusst vom Rest der Bevölkerung ab und feiert für sich separat. Dabei handelt es sich aber nicht – wie manche vielleicht vermuten – um AfD-Anhänger, Bürger mit Migrationshintergrund oder Feministinnen. Auf dem Friedrich-Stoltze-Platz gibt es bereits seit 6 Jahren den „Rosa Weihnachtsmarkt“ der LGBTQ+-Community (1). „Ein echter Geheimtipp“ – wie die Wintertraum GmbH & Co. KG meint. Dort trifft sich die Gay Community in „entspannter Atmosphäre“. Dabei gibt es „lila leuchtende Bäume, eine riesige zuckrig-heiße Feuerzangenbowle, rosa Weihnachtspunsch und auch die Weihnachtsmannmützen wippen natürlich rosa statt rot. Alles ist etwas beschaulicher als beim großen Nachbarn“ (2). Und die blu media network GmbH (Berlin) meldet: „Und die Bereits zum sechsten Mal lädt die Xtremeties Crew zum Communitytreff auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt: Der „Rosa Weihnachtsmarkt“ lässt vom 27.11. bis zum 22.12. den Friedrich-Stoltze-Platz wieder in sattem Pink erstrahlen“ (3).

Also gerade diejenigen, die sich am lautesten über mangelnde Akzeptanz beschweren und überall dazugehören möchten, sondern sich selbst auf einem Weihnachtsmarkt ganz bewusst vom Rest der Bevölkerung ab und ziehen es vor, unter sich zu feiern.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.rheinmainverlag.de/2021/11/14/frankfurter-weihnachtsmarkt-2021-bebauung-und-konzept-vorgestellt/

(2) https://www.deutsche-weihnachtsmaerkte.de/weihnachtsmarkt/in/hessen/rosa-weihnacht-frankfurt-am-main-2495.html

(3) https://www.maenner.media/regional/gab/rosa-weihnachtsmarkt/

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