SCHWERKRIMINELLE WERDEN IMMER JÜNGER: Staat bleibt untätig, vor allem bei Eltern mit Migrationshintergrund

Guten Morgen liebe Hessen,

Erst vor einigen Wochen überfiel am Ravensburger Bahnhof eine 15-Jährige eine Passantin, um ihr die Handtasche zu rauben. Dabei verletzte die Täterin sie mit einem Messer im Halsbereich. Das Opfer starb innerhalb kurzer Zeit (1). Die türkischstämmige Tatverdächtige war der Polizei als Intensivtäterin bereits bekannt. Erst kurz zuvor war sie aus der Haft entlassen worden, da sie als 14-Jährige verschiedene Delikte – u.a. Raub – begangen hatte (2). Jetzt wurde in Sinsheim in der Nähe von Heidelberg ein 13-jähriger Schüler mit mehreren Messerstichen getötet. Tatverdächtig ist ein 14-Jähriger, der wegen Mordverdachts festgenommen wurde. Als Tatmotiv wird Eifersucht angenommen. Der 13-Jährige sei zu einem Treffpunkt an einem Waldrand gelockt worden, wobei der Tatverdächtige auf sein Opfer eingestochen haben soll. Beide haben einen türkischen Migrationshintergrund (3). Der Tatverdächtige war bereits früher auffällig geworden. Im November 2020 hatte er an seiner Realschule mehrfach auf einen gleichaltrigen Mitschüler eingestochen. Das Opfer wurde schwerverletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, der Täter in der Schule festgenommen. Weitere strafrechtliche Ermittlungen erfolgten jedoch nicht, da der Tatverdächtige seinerzeit 13 Jahre alt und damit noch strafunmündig war (4).

Hier stellt sich zunächst die Frage, warum – teilweise strafunmündige – Jugendliche zunehmend schwere und schwerste Straftaten begehen. Früher beschränkte sich die Jugendkriminalität auf Bagatelldelikte wie Diebstahl oder Automatenaufbrüche, wobei die Taten meist dazu dienten, die Rangfolge innerhalb einer Gruppe festzulegen: wer bei einer Tat am meisten Mut bewies, hatte das höchste Ansehen in der Gruppe. Tötungsdelikte haben jedoch eine völlig andere Qualität. Sie deuten – unabhängig vom jeweiligen Motiv – auf eine deutliche Herabsetzung der Hemmschwelle. Woher diese Herabsetzung der Hemmschwelle kommt, ist unklar – interessiert aber offensichtlich auch kaum jemanden. Denn eine Ursachenforschung könnte ergeben, dass dies möglicherweise kulturell und/oder religiös (mit)bedingt ist. Eine Thematisierung würde zwangsläufig den Vorwurf des Rassismus bedeuten.

Das mag vielleicht auch der Grund gewesen sein, dass die frühere Tat – immerhin eine gefährliche und schwere Körperverletzung – für den im aktuellen Tötungsfall Tatverdächtigen keine Konsequenzen hatte. Der damals 13-Jährige, der einen Mitschüler schwer verletzt hatte, wurde wegen seiner Strafunmündigkeit unmittelbar nach seiner Festnahme aus der Haft entlassen und konnte an die Schule zurückkehren als wäre nichts passiert. Und so konnte er wenige Monate später ein weiteres schweres Delikt begehen – diesmal einen vollendeten Mord. Politik und Behörden müssen sich an dieser Stelle fragen, ob die Taten hätten verhindert werden können – bzw. sogar müssen. Denn wenn ein Jugendlicher eine schwere Straftat begeht, müssen die Behörden in jedem Fall tätig werden – unabhängig davon, ob der Täter strafmündig ist oder nicht. Denn ein Raub, eine schwere Körperverletzung oder eine versuchte Tötung deuten auf schwere Defizite in der Erziehung. Die zuständige Behörde – z.B. das Jugendamt – ist verpflichtet, die Ursache zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Delikte zu verhindern, z.B. ein Entzug des elterlichen Erziehungsrechts. Warum das vorliegend nicht erfolgt ist, ist unklar. Aber man kann es nachvollziehen, dass sich Behörden und Gerichte schwertun, Eltern mit Migrationshintergrund das Erziehungsrecht für ihre Kinder zu entziehen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/news/2021/news/ravensburg-15-jaehrige-soll-62-jaehrige-am-bahnhof-erstochen-haben-75319950.bild.html
(2) https://www.bild.de/bild-plus/regional/stuttgart/stuttgart-aktuell/ravensburg-gegen-das-killer-maedchen-15-hatte-rosa-62-keine-chance-75360462.bild.html
(3) https://www.heidelberg24.de/region/oestringen-schule-messer-gewalt-realschule-polizei-lehrer-schueler-attacke-einsatz-90109594.html
(4) https://www.focus.de/panorama/welt/baden-wuerttemberg-13-jaehriger-junge-tot-an-waldrand-gefunden-14-jaehriger-wird-festgenommen_id_13018475.html

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