Scrabble führt neuen Spielstein ein: Bonuspunkte für gegenderte Wörter

Guten Morgen liebe Hessen,

Scrabble ist ein Brettspiel für zwei bis vier Personen, bei dem die Spieler aus zufällig gezogenen Buchstaben Wörter legen müssen. Die einzelnen Buchstaben sind – entsprechend ihrer Häufigkeit – mit unterschiedlichen Punktwerten belegt. Ziel ist es, verschiedene Wörter zu legen und dabei alle Steine zu verwenden. Erlaubt sind alle Wörter, ausgenommen Eigennamen, Markenbezeichnungen und Abkürzungen. Selbstverständlich kann man dabei sowohl die männliche als auch die weibliche Form eines Begriffes legen, z.B. Arzt bzw. Ärztin oder Fahrer bzw. Fahrerin. Möglicherweise hat der Spielehersteller Mattel durch Umfragen festgestellt, dass die Spieler häufiger die männliche Form wählen oder er fand andere Gründe, warum bei dem üblichen Spielverlauf Frauen benachteiligt sind. Wie dem auch sei, der Hersteller hat nunmehr einen exklusiven neuen Spielstein herausgebracht – und zwar den Genderstein „*IN“. Hierzu teilte er in einer Pressemitteilung mit, dass mit dem neuen Stein „Wörter spielerisch leicht gegendert werden“ können. Der neue Genderstein soll einen „Anstoß für eine gendergerechte Sprache geben“ (1) und dazu beitragen, dass auch beim Scrabble-Spiel eine geschlechtergerechte Sprache gepflegt wird. Denn „in der Sprache sollten alle Menschen sichtbar werden, auch Frauen und nicht-binäre Personen“ (2). Da sich die Sprache ständig in einem Wandel befinde, müsse sich auch der „Klassiker unter den Buchstabenspielen weiterentwickeln“. Der Hersteller wolle die Popularität des Spiels nutzen, um jedem klarzumachen, „dass durch das Gendern niemand Nachteile hat“ (1).

Die neue Spielanleitung ist selbstverständlich auch gegendert. Sie regelt, dass der Genderstein nur als Endung bei „personenbezogenen Substantiven verwendet werden darf, die in der Grundform (generisches Maskulinum) auf -er oder -e enden und für Berufsbezeichnungen, Bewohner oder Mitglieder von Gruppen stehen“. Für die Verwendung des Steins gibt es zehn Punkte – so viele wie für die seltenen und schwierig anzulegenden Buchstaben Q oder Y (2). Damit sollen die Spieler offensichtlich veranlasst werden, den Stein in jedem Fall zu verwenden und einen „gegenderten“ Begriff zu finden – selbst wenn der Betreffende die Gendersprache nicht verwendet. Damit soll mit dem Spiel ganz subtil Gehirnwäsche praktiziert werden und alle an die Verwendung der Gendersprache gewöhnt werden.

Kritisiert wurde die Aktion unter anderem vom Verein Deutsche Sprache: „Mattel hat sich entschieden, sich bei der kleinen, aber lauten Minderheit der Gender-Fans anzubiedern. Deswegen gibt es jetzt Punkte für falsche Sprache – analog zu Unis, die korrekte Sprache mit Punktabzug bestrafen.“ (3).

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://web.de/magazine/unterhaltung/kultur/gleichberechtigung-scrabble-fuehrt-genderstein-36775736

(2) https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/scrabble-fuehrt-das-gendern-ein—neuer-spielstein-jetzt-verfuegbar-31784052.html

(3) https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2022/scrabble-fuehrt-genderstern-ein/

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