Selbst Islam-Forscher kritisieren Muezzin-Ruf: Täglicher „Allahu-akbar“-Ruf demnächst in Köln

Guten Morgen liebe Hessen.

Köln ist seit langem als weltoffene, bunte und tolerante Stadt bekannt. Dort kann vieles passieren, was in anderen Städten der Republik derzeit noch nicht denkbar erscheint. Und so hat die Stadt kürzlich ein Modellprojekt gestartet, bei dem Moscheegemeinden künftig ihre Gläubigen zum Freitagsgebet rufen können. Die Oberbürgermeisterin Henriette Reker („Armlängen-Reker“) teilte dazu mit: „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird“. Sie freue sich, „damit ein Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion zu setzen und ein Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit abzugeben“, denn Moslems seien ein „fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft“. Wer das anzweifelt, „stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage“. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Moscheegemeinden, die zukünftig per Lautsprecher zum Gebet rufen wollen, müssen einen entsprechenden Antrag stellen. Die Stadt schließt dann mit der Gemeinde einen Vertrag, in dem Zeiten und Lautstärken individuell festgelegt werden. Nach zwei Jahren soll das Modellprojekt ausgewertet und entschieden werden, ob eine dauerhafte Regelung getroffen wird (1).

Die Islam-Forscherin der Universität Frankfurt – Prof. Susanne Schröter – hält nichts von dieser Entwicklung kritisch. Denn der türkische Präsident Erdogan betrachte die Ditib-Moschee als „exterritoriales Hoheitsgebiet“ und bewirke „das genaue Gegenteil von Vielfalt, Toleranz und Integration“. Denn die Moscheen, die den Gebetsruf für sich reklamieren, sind ganz überwiegend „solche des politischen Islam“ (2). Denn für viele Muslime bedeutet der Muezzin-Ruf mehr Präsenz und Sichtbarkeit (und vor allem Hörbarkeit) des Islam und damit ein weiteres Zeichen der Überlegenheit und eine Bestätigung ihres Machtanspruches – auch in einer Region, die eigentlich nicht der islamischen Welt zuzurechnen ist.

Vielfach herrscht die Auffassung vor, der Muezzin-Ruf müsse im Zuge der Gleichbehandlung der Religionen alleine deshalb zulässig sein, weil auch die Kirchen ihre Glocken läuten dürfen. Dieser Vergleich ist jedoch alleine deshalb unstimmig, weil die Glocken keine konkrete Botschaft verkünden – insbesondere kein Glaubensbekenntnis. Der Ruf des Muezzins beinhaltet jedoch eindeutig das islamische Glaubensbekenntnis mit dem Anspruch auf die einzig wahre Religion. Hinzu kommt, dass der „Allahu-akbar“-Ruf nicht nur durch den Muezzin verkündet wird, sondern regelmäßig bei terroristischen Anschlägen zu hören ist. Dementsprechend lehnt eine Mehrheit der Deutschen (76 %) den Muezzin-Ruf ab, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bonner General-Anzeigers ergeben hat (3).

Es ist absehbar, dass zukünftig Forderungen zu erwarten sind, damit die derzeitige Regelung mit einem einmaligen Ruf pro Tag ausgeweitet wird, d.h. dass der Muezzin – wie in islamischen Ländern üblich – fünfmal am Tag ruft. Das erste Mal bei Sonnenaufgang, d.h. im Sommer vor 5 Uhr. Und das selbstverständlich jeden Tag und in einer Lautstärke, dass es auch entfernt wohnende Gläubige bei geschlossenem Fender deutlich vernehmen können.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/muezzins-in-koeln-duerfen-kuenftig-zum-freitagsgebet-rufen/

(2) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/471150/8-9

(3) https://jungefreiheit.de/allgemein/2021/meinungsumfrage-mehrheit-der-deutschen-lehnt-muezzinruf-ab/

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren