SERVICE FÜR PRÜGELNDE MÄNNERGRUPPEN? Berliner Polizei beginnt erst nach 10 Monaten mit Öffentlichkeitsfahndung

Guten Morgen liebe Hessen,

Mitte September vergangenen Jahres wurden zwei Männer – 26 und 44 Jahre alt – nachts an der U-Bahn-Station Hermannplatz in Berlin von mehreren Männern angegriffen und verletzt. Die Angreifer hatten die beiden Männer völlig unvermittelt und ohne erkennbaren Anlass attackiert und ins Gesicht geschlagen. Der jüngere der beiden war sogar – nachdem er zu Boden gegangen war – von einem der Angreifer gegen den Kopf getreten. Als andere Fahrgäste eingriffen, ließen die Schläger von ihren Opfern ab und flüchteten. Von dem gesamten Vorgang gibt es offensichtlich Videoaufzeichnungen aus mehreren Kameras, auf denen die beteiligten Personen relativ gut erkennbar sind (1).

Soweit – so normal. Oder auch nicht. Die zuständigen Behörden eines Rechtsstaates würden – wenn die Täter flüchtig und deren Identität nicht bekannt ist – mit dem vorhandenen Bildmaterial an die Öffentlichkeit gehen, um die Täter identifizieren zu können und ggf. Zeugen zu finden, die den Tathergang beobachtet haben. Das hat die Berliner Polizei auch getan. Aber nicht etwa am Tag nach dem Überfall, sondern jetzt – d.h. 10 (zehn!) Monate oder 300 Tage später. Und in diesen 300 Tagen hat sich viel Neues ereignet – Weihnachten, Ostern, Ramadan, Geburten und Todesfälle, Corona und vieles mehr. Damit ist sichergestellt, dass die Erinnerung eventueller Zeugen entsprechend verblasst ist. Und natürlich hatten die Täter inzwischen ausreichend Gelegenheit, sich neu einzukleiden und ihr Äußeres zu verändern oder überhaupt in eine andere Stadt zu ziehen. Und so ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter jetzt noch identifiziert und gefasst werden und – falls ja – ihnen die Tat auch entsprechend nachgewiesen werden kann, gering bis null.

Aber möglicherweise ist das genau die Absicht, die hinter der späten Fahndung steht. Vielleicht sollen die Täter, die vermutlich einer diskriminierten Minderheit angehören, gezielt vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt werden. Oder die ermittelnden Beamten möchten sich nicht dem Vorwurf des Rassismus aussetzen, wenn sie gezielt nach Personen fahnden, die sich auf den Minderheitenschutz des neuen Berliner Antidiskriminierungsgesetzes berufen können. Aber diese Gefahr ist gering genug. Es ist kaum anzunehmen, dass sich auf den Aufruf der Berliner Polizei jemand meldet, der Angaben zur Identität und / oder dem Aufenthaltsort der Tatverdächtigen machen kann. Und so wird auch diese Tat vermutlich unaufgeklärt bleiben und die Berliner Kriminalstatistik nicht belasten.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/maenner-aus-dem-nichts-attackiert-berliner-polizei-fahndet-mit-bildern-nach-schlaegertrupp-vom-herrmannplatz_id_12210100.html

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