Simbabwes Vizepräsident: „Der weiße Mann hat uns kein Wissen vermittelt“

Guten Morgen liebe Hessen,

Eigentlich ist Afrika ein von der Natur begünstigter Kontinent: es gibt viele Bodenschätze, das Klima ist meist angenehm, niemand benötigt eine Heizung und die Energie, die man benötigt, lässt sich meist durch Wasserkraftwerke, Sonnenkollektoren oder Windräder gewinnen. Eigentlich könnten die meisten afrikanischen Länder wirtschaftlich prosperieren. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil: die meisten Länder Afrikas befinden sich in einer wirtschaftlich katastrophalen Situation. Es gibt kaum Industrie, keine funktionierende Infrastruktur (Schulen, Universitäten, Gesundheitssystem, Verkehrsmittel etc.), Politik und Verwaltung sind korrupt. Damit stellt sich die Frage, warum das so ist – warum der Kontinent trotz eigentlich guter Voraussetzungen so schlecht dasteht.

Der außenstehende Beobachter könnte jetzt vermuten, es liegt einfach an den Menschen, die dort leben und nicht in der Lage und/oder willens sind, Länder mit ordentlicher Infrastruktur und funktionierender Wirtschaft aufzubauen und zu unterhalten. Wer diese Vermutung hat, wird sie sicher nicht öffentlich äußern. Denn damit würde er einen Sturm der Entrüstung auslösen und befände sich sofort in der Rassisten-Ecke. Und als Außenstehender kann man ohnehin die Situation vor Ort nicht beurteilen. Da sollte man besser jemanden fragen, der kompetent ist und die örtlichen Verhältnisse kennt. Zum Beispiel den Vizepräsidenten des Staates Simbabwes. Simbabwe wurde 1980 vom Britischen Königreich unabhängig und verzeichnet seither eine wirtschaftliche Rezession. Und das ist – so der Vizepräsident Kembo Mohadi in einem Interview mit dem Sender ZBC TV – natürlich nicht die Schuld der aktuellen Regierung, sondern die der ehemaligen Kolonialherren. Denn die hätten den Einheimischen nicht beigebracht, wie man richtig wirtschaftet. Diese hätten nur Kenntnisse darüber, wie man Läden für Gemischtwaren und alkoholische Getränke betreibe. Dazu Kembo Mohadi: „Der weiße Mann hat uns kein Wissen darüber vermittelt, wie man die Wirtschaft führt“ (1).

Klare Worte. Der weiße Mann hätte dem schwarzen Mann also beibringen müssen, wie man wirtschaftet, d.h. wie man z.B. einen Betrieb gründet und organisiert, wie man innovative Produkte entwickelt, herstellt und vermarktet – also alles das, was Unternehmer – mit mehr oder weniger ausgeprägter Unterstützung durch die Politik – auch in anderen Ländern machen. Da stellt sich dem einen oder anderen natürlich die Frage: woher weiß der weiße Mann das? Wer hat ihm das gezeigt? Wer hat dem weißen Mann z.B. erklärt, wie man die Dampfmaschine oder den Verbrennungsmotor erfindet. Oder wie man ihn technisch weiterentwickelt, damit er keine Schadstoffe mehr emittiert? Wer hat ihm gezeigt, wie man einen Computer baut oder ein Programm dafür schreibt?

Oder wie man ein Flugzeug oder einen Hochgeschwindigkeitszug konstruiert? Das alles hat dem weißen Mann niemand erklärt. Denn es gab niemanden, der es ihm hätte erklären können.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/allgemein/2020/zimbabwes-vizepraesident-weisse-sind-schuld-an-wirtschaftlicher-situation/

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