Somalier sticht mit Messer auf Fahrlehrer ein – Rache für nicht bestandene Fahrprüfung?

Guten Morgen liebe Hessen,

Auf dem Mainzer Aliceplatz kam es vor einigen Tagen zu einem „Polizei-Großeinsatz“. Auf dem Platz hatten sich Fahrlehrer Zeynel T. (48) gerade mit zwei Kollegen unterhalten, als ohne jede Vorwarnung ein Somalier (32) auf den Fahrlehrer zutritt und mit einem Jagdmesser mehrfach auf ihn einsticht. Die beiden Kollegen versuchen, den Angreifer abzuwehren. Einer der Kollegen – Ali E. (28) – berichtet: „Ich habe den Mann getreten, wurde mit dem Messer am Arm verletzt“. Ein Polizeibeamter, der von Passanten von einem Unfall in der Nähe herbeigerufen wurde, fordert den Messer-Mann auf, das Messer wegzulegen. Als der Somalier der Aufforderung nicht nachkommt, schießt der Polizeibeamte. Fahrlehrer Ali Sirimsi hat den Vorgang beobachtet: „Drei Schüsse sollen ihn in die Brust getroffen haben. Eine Kugel landete in unserem Fahrschulauto. Wäre die Polizei nicht so schnell hier gewesen, hätte Zeynel sterben können“. Der Fahrlehrer kommt in eine Klinik und wird mit einer Not-OP gerettet. Auch der Täter überlebt, inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen ihn erlassen. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Fahrschüler, der schon dreimal durch Theorie- und Praxisprüfung gefallen war (1).

Möglicherweise wollte er sich an seinem Fahrlehrer rächen, weil er ihn für seinen Misserfolg verantwortlich macht. Denn Fälle, in denen ein Kandidat die Theorie- und Praxisprüfung dreimal nicht bestanden haben, sind ausgesprochen selten. Sowohl Theorie- als auch Praxisprüfungen sind in der Regel leicht und bestehbar, insbesondere nach intensivem Fahrunterricht, wie er heute üblich ist. Wer in der ersten Prüfung durchfällt, besteht in aller Regel die zweite Prüfung. Wer dreimal die Prüfung nicht besteht, sollte sich überlegen, ob er nicht einfach ungeeignet ist, ein Fahrzeug sicher im Straßenverkehr zu führen. Der Betreffende wird aber möglicherweise die Realität nicht zur Kenntnis nehmen und die Schuld für sein Versagen bei anderen suchen – im vorliegenden Fall beim Fahrlehrer, der die Ausbildung nicht ordnungsgemäß durchgeführt oder auch beim Prüfer, der die Prüfungsleistung nicht richtig bewertet habe. Dieser Auffassung wird am ehesten jemand zuneigen, der einer Bevölkerungsgruppe oder -minderheit angehört, die sich innerhalb der Mehrheitsgesellschaft einer besonderen Benachteiligung oder Diskriminierung ausgesetzt sieht (Stichwort: Alltagsrassismus). Dies betrifft vor allem Personen, die ihre vermeintliche oder tatsächliche Benachteiligung – z.B. bei der Wohnungs- oder Jobsuche – auf ihr Aussehen oder ihren fremd klingenden Namen zurückführen. Unterstützt werden sie in ihrer Auffassung durch die aktuelle Gesetzgebung, die bei vermeintlicher Diskriminierung eine Beweislastumkehr einführen will.

Dies könnte zu einem Dilemma für Fahrlehrer und Prüfer führen. Denn wenn der Misserfolg eines Fahrschülers zu einem Racheakt mit Tötungsabsicht führen kann, wird sich jeder Fahrlehrer überlegen, ob er einen Fahrschüler annimmt, von dem er davon ausgehen muss, dass dieser sich bei fehlendem Ausbildungserfolg an ihm rächen könnte. Gleiches gilt natürlich auch für Fahrprüfer. Letztere haben jedoch die Möglichkeit, sich dieser Gefahr zu entziehen, indem sie die Leistung in der praktischen Prüfung als ausreichend bewerten, auch wenn dies eigentlich nicht der Fall ist. Und so könnte der Vorfall dazu beitragen, dass zukünftig Leistungen nicht mehr objektiv bewertet werden, um dem Vorwurf des Rassismus und nachträglichen Racheakten zu entgehen.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/toedlicher-unfall-und-messerattacke-ein-schwarzer-tag-fuer-die-stadt-mainz-79574330.bild.html

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