Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne) fordert: Neuer Polizeipräsident soll Rassismus verfolgen

Guten
Morgen liebe Hessen,

Kürzlich
ernannte der Hessische Innenminister den neuen Frankfurter Polizeipräsidenten,
da der bisherige im April in den Ruhestand verabschiedet worden war. Nichts
Ungewöhnliches. Der neue Präsident Stefan Müller übernimmt ein schweres Erbe
und eine große Herausforderung. Insbesondere das Frankfurter Bahnhofsviertel
gilt seit Langem als unbeherrschbare Problemregion. Für viele der links-grünen
Frankfurter Kommunalpolitiker steht aber nicht die Aufgabe des neuen
Präsidenten im Vordergrund, sondern die Kritik an der Polizei im Allgemeinen
und an dem neuen Chef im Speziellen. Denn der hatte vor einem Jahr gegenüber
Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) den Begriff „Neger“ benutzt. Nachdem
er dafür kritisiert worden war, hatte er sich im Innenausschuss des Hessischen
Landtags entschuldigt: „Auch ich bin und war nicht frei von Fehlern. Ich habe
diese Fehler eingestanden, an der richtigen Stelle angesprochen und
aufgearbeitet“ (1).

Damit
hätte der Fall erledigt sein können, zumal der Begriff „Neger“ nichts anderes
meint als eine dunkelhäutige Person (lat. niger = schwarz). Aber das genügte
der Frankfurter Rundschau nicht, sie befragte die
dunkelhäutige Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne), ausgewiesene Rassismus-Expertin.
Sie wurde 1989 in Kamerun geboren und kam mit elf Jahren zusammen mit ihrer
Mutter nach Deutschland. Bundesweit bekannt wurde sie durch ihren Auftritt
anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2021, als sie den Oberbürgermeister bei
seiner Rede unterbrach und eine „flammende Stellungnahme“ zur Präsenz
„rechter Verlage“ auf der Buchmesse abgab (2). Wenige Wochen später musste sie in
einer Frankfurter Klinik behandelt werden und sah sich auch dort dem
alltäglichen Rassismus ausgesetzt. Kurz nach der Narkose teilte sie der ganzen
Welt mit, welche „grauenvollen Äußerungen“ der behandelnde – „rassistische“ –
Arzt machte und wie sich das für sie anfühlte. Der nannte sie nicht bei ihrem
Namen, sondern fragte das Pflegepersonal, wie es „der Afrikanerin“ ginge (3). Mahn forderte
in dem Rundschau-Interview, dass sie von dem Polizeipräsidenten erwartet, „dass
er die Frankfurter Polizei komplett reformiert“. Dabei soll er sich vor allem
auf „marginalisierte Gruppen“ konzentrieren, also People of Colour, mit
Migrationshintergrund, mit Behinderung oder Queere. Und er soll Anzeigen von
Bedrohungen und rassistischen Beleidigungen nachgehen. Denn: „Rassismus tötet
und er fängt nicht bei einem Amoklauf an“ (4).

Angesichts
solcher Äußerungen fragt man sich, was die Frankfurter Stadtverordnete
eigentlich in diesem Land hält, in dem sie permanent und jeden Tag von übelsten
Rassisten umgeben ist und in dem selbst die Ordnungsmacht Polizei durch und
durch rassistisch ist – einschließlich ihres Präsidenten.

Ihr Rainer
Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) Frankfurter Rundschau Stadtausgabe
vom 26.07.2022, Seite: F2 Ressort: Frankfurt

(2) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467963/11

(3)
https://www.focus.de/panorama/welt/mirrianne-mahn-liegt-die-afrikanerin-immer-noch-da-gruenen-politikerin-erlebt-rassismus-in-klinik_id_25613795.html

(4) Frankfurter Rundschau Stadtausgabe
vom 26.07.2022, Seite: F2 Ressort: Frankfurt

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