STUDIEN DES DIW BELEGEN: Viele erwachsene Migranten aufgrund unzureichender Bildung ohne Arbeit

Guten Morgen liebe Hessen,

„Junge tun sich leichter“ – titelte kürzlich die FAZ. Gegenstand des Berichts waren mehrere (!) neue Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) über die Integration von Geflüchteten in Deutschland. Ergebnis: Kinder und Jugendliche integrieren sich deutlich besser als Ältere. Wer hätte das vermutet? Und weiter: viele Erwachsene finden aufgrund unzureichender Bildung keine Arbeit (1). Auch das überrascht. Wer hätte gedacht, dass fehlende Bildung die Chancen auf einen Job vermindert?

Viele Kinder von Geflüchteten haben über die Schule regelmäßigen Kontakt zu gleichaltrigen deutschen Kindern. Das trifft sicher für diejenigen Kinder zu, die eine Schule besuchen, in der deutsche Kinder die Mehrheit stellen. Da bleibt der Kontakt nicht aus und auch die Verständigung in deutscher Sprache dürfte vielfach problemlos funktionieren. Aber wie viele Kinder betrifft das? An wie vielen Schulen stellen deutsche Kinder noch die Mehrheit? Zumindest in vielen Großstädten sind deutsche Kinder an den Schulen längst nur noch eine Minderheit. Teilweise gibt es bereits Schulen ohne ein einziges deutsches Kind. Und da gibt es dann auch keinen Kontakt zwischen Flüchtlingskindern und deutschen Kindern. Und natürlich auch keine Verständigung in deutscher Sprache. Da wird dann eher arabisch oder türkisch gesprochen.

Noch schwieriger ist es – so die Studie – bei den Erwachsenen. Die haben Probleme mit der Integration, weil sie eher selten Kontakt mit Deutschen haben. Das ist schon wegen der sprachlichen Verständigung schwierig. Hinzu kommen die kulturellen Unterschiede. Viele suchen daher Kontakt zu Landsleuten, von denen es vor allem in der Grossstädten sehr viele gibt. Es gibt Läden und Cafes, in denen die jeweilige Landessprache gesprochen wird. Es gibt Ärzte und Rechtsanwälte mit dem entsprechenden Migrationshintergrund und selbst auf den Behörden arbeiten zahlreiche Mitarbeiter, die die jeweilige Muttersprache der Schutzsuchenden beherrschen. Warum also deutsch lernen?

Einer Erwerbstätigkeit gehen laut Studie 43 Prozent der Geflüchteten nach, wobei der Prozentsatz stark mit dem Bildungsstand zusammenhängt. Doch selbst vergleichsweise gut ausgebildete Geflüchtete finden auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland keine adäquate Beschäftigung (1). Auch das ist eigentlich – wie die ganze Studie – eine Binsenweisheit. Wer in Afghanistan oder Pakistan als Elektriker oder Kfz-Mechaniker tätig war, findet in Deutschland oft keine Stelle, da seine Ausbildung – soweit er überhaupt eine vorzuweisen hat – nicht gleichwertig ist.

Und so fragt man sich, welche neuen Erkenntnisse die Studie bringen soll. Dass Zuwanderer aus islamischen Ländern vielfach Integrationsschwierigkeiten haben, ist längst bekannt und kann vielerorts besichtigt werden. Dass Menschen aus Entwicklungsländern vielfach keine oder nur eine rudimentäre Schul- oder Berufsausbildung besitzen und deshalb auf dem Arbeitsmarkt eines Industrielandes nur schwer vermittelbar sind, ist ebenfalls bekannt. Und dass die Integrationsbereitschaft des Einzelnen mit zunehmender Anzahl von Migranten abnimmt, ebenso.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/465343/4

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