TAZ-JOURNALIST*IN WÜNSCHTE POLIZEI AUF MÜLL: Nun sucht sie selbst Polizeischutz

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich war in der taz ein Artikel erschienen, in dem die Abschaffung der Polizei gefordert wurde: „All cops are berufsunfähig – Abschaffung der Polizei“. Autor/In ist ein/e Hengameh Yaghoobifarah, eine übergewichtige Person ohne eindeutige Geschlechtszuordnung – derzeit tätig als Autor/In, Redakteur/In und Referent_in zu Queerness, Feminismus, Antirassismus, Popkultur und Medienästhetik (1).

Der/die/das Autor/In möchte aber nicht nur die Polizei abschaffen, sondern hat sich natürlich auch die Frage gestellt – und auch beantwortet – wohin mit den vielen überflüssigen Beamten. Denn die kann man nicht einfach irgendwo einsetzen, wo sie (noch mehr) Unheil anrichten können: also nicht im sozialen Bereich und auch nicht dort, wo sie Macht ausüben könnten oder Zugang zu explosivem Material haben könnten. Bleibt als einzige und letzte Option – so jedenfalls der/die/das Autor/In – die Mülldeponie. Aber nicht als „Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten“ (1).

Der Artikel hat – verständlicherweise – für viel Empörung und Unmut gesorgt. Vor allem bei den Betroffenen: den vielen Polizeibeamten, die tagtäglich Leben und Gesundheit riskieren, damit die Bürger dieses Landes in Sicherheit leben können. Der Artikel hat aber auch einige dazu veranlasst, den/die/das Autor/in massiv zu bedrohen. In der Redaktion waren zahlreiche Telefonate und E-Mails eingegangen, in denen der/die/das „Journalist/In“ massiv bedroht wurde. Und das hat ihn/sie/es dazu veranlasst, Schutz für seine/ihre Person zu verlangen. Deshalb hat er/sie/es um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch nachgesucht, um mit den zahlreichen Anfeindungen gegen seine/ihre Person besser umgehen zu können. Wo? Richtig: bei der Polizei. Also bei jenen Beamten, die er/sie/es auf der Müllhalde entsorgen möchte (2, 3).

Man kann sich lebhaft vorstellen, wie gerne die Beamten diesem Verlangen nachgekommen sind, den/die/das übergewichtige(n) Autor/In vor Angriffen zu beschützen, weil er/sie/es diese Beamten öffentlich als „Müll“ bezeichnet hat, den es auf der Mülldeponie zu entsorgen gilt. Sicher hätten viele Bürger dieses Landes – jedenfalls diejenigen, die schon länger hier leben – vollstes Verständnis dafür, wenn die Polizeibeamten sich zunächst wichtigeren Aufgaben widmen würden. Dann könnte er/sie/es aber nach dem neuen Antidiskriminierungsgesetz gleich die Beamten wegen Rassismus anzeigen.
Vielleicht schicken die sie/ihn/es aber einfach zur nächstgelegenen Mülldeponie. Aber möglicherweise würde man ihr dort auch nicht weiterhelfen, weil die Deponie-Mitarbeiter zwar kein Problem damit haben, Müll und Unrat anzufassen – aber jeden Kontakt mit dem/der „Journalist/In“ ablehnen würden.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584/
(2) https://www.focus.de/kultur/medien/text-ueber-polizisten-und-muell-taz-autorin-von-umstrittener-kolumne-sucht-polizeischutz-nach-drohungen_id_12151210.html
(3) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/nach-anti-polizei-text-taz-autorin-bitte-um-polizeischutz/

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren