Über 1000 Straftaten und 28 Mio. Euro Schaden: Clan vor 40 Jahren als „Schutzsuchende“ eingewandert und nun eingebürgert

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor zwei Jahren wurden bei einem Einbruch im Grünen Gewölbe in Dresden zahlreiche unersetzliche Schmuckstücke und Kunstgegenstände entwendet. Seinerzeit hatten die Täter unmittelbar vor dem Einbruch einen Brand im Pegelhaus an der Augustusbrücke gelegt, um die Stromversorgung der Straßenbeleuchtung im Außenbereich des Historischen Grünen Gewölbes zu unterbrechen. Vor ihrer Flucht setzten sie dann ein Fahrzeug in einer Tiefgarage in Brand, wodurch insgesamt mehr als 60 Fahrzeuge beschädigt wurden. Gestohlen wurden insgesamt über 4.300 einzelne Diamanten und Brillanten im Gesamtversicherungswert von mehr als 100 Mio. Euro. Nach langwierigen und aufwendigen Ermittlungen konnten mehrere Tatverdächtige gefasst werden, gegen die nun Anklage erhoben wurde: gegen „sechs deutsche Männer“ im Alter von 22 bis 27 Jahren (1). Die Erwähnung der Staatsangehörigkeit erscheint der Presse in diesem Fall wichtig – weil es „deutsche Männer“ sind. Dem Leser soll damit vermutlich der Eindruck vermittelt werden, dass es auch unter Bio-Deutschen Kriminelle gibt.

Tatsächlich besitzen die Tatverdächtigen die deutsche Staatsangehörigkeit, gehören aber sämtliche dem sog. „Remmo-Clan“ an (1). Dabei handelt es sich um eine vor allem in Deutschland ansässige Großfamilie mit arabischem Migrationshintergrund, die in der Vergangenheit durch erhebliche kriminelle Aktivitäten aufgefallen ist (2). Der Clan setzt sich aus verschiedenen Einzelfamilien mit etwa 1.000 Angehörigen zusammen (3). Mitgliedern des Clans werden zahlreiche Delikte vorgeworfen, u.a. Körperverletzungsdelikte, Schutzgelderpressung, Raub, Drogenhandel, Geldwäsche, Hehlerei, Diebstahl, illegalen Waffenbesitz und illegalen Waffenhandel sowie Tötungsdelikte (4). Im Jahr 2017 rechnete die Staatsanwaltschaft dem Clan über 1.000 Straftaten zu – vor allem Einbrüche und Diebstähle – mit einer Schadenssumme von über 28 Millionen Euro (3). Die Tatverdächtigen gehören somit einer hochkriminellen Sippe an, die vor etwa 40 Jahren als „Schutzsuchende“ nach Deutschland eingewandert waren, hier sesshaft werden konnten und nach einigen Jahren auch eingebürgert wurden. Im Ergebnis: importierte Kriminelle, die aufgrund ihrer Einbürgerung nicht mehr abgeschoben werden können.

Die ZEIT berichtet fachkundig über das anstehende Strafverfahren: „da zwei von den Verdächtigen zur Tatzeit 22 Jahre alt und damit Heranwachsende waren, wurde Anklage zur Jugendkammer erhoben“ (5). Tatsächlich handelt es sich bei Heranwachsenden nach dem Strafrecht um Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren. Solche Detailkenntnisse können jedoch von einem ZEIT-Redakteur kaum erwartet werden. Aber die Intention ist klar: der Leser soll den Eindruck erhalten, bei dem beispiellosen Verbrechen handelte es sich um einen Lausbubenstreich – wie etwa den Hühnerdiebstahl von Max und Moritz.

Dabei wird gerade hier ein jahrzehntelanges Staatsversagen deutlich: angeblich Schutzsuchende können in großer Zahl ohne Kontrolle einreisen, werden großzügig alimentiert und begehen in erheblichem Umfang schwere Straftaten. Niemand hindert sie daran, niemand verweist sie des Landes. Im Gegenteil: sie erhalten sogar die deutsche Staatsangehörigkeit und sind damit auf Dauer vor Ausweisung geschützt.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bz-berlin.de/berlin/anklage-gegen-sechs-juwelen-raeuber-es-geht-um-4300-diamanten-und-1138-mio-euro

(2) Lisa Duhm: Einbruch ins Grüne Gewölbe: Was über die mutmaßlichen Täter bekannt ist. In: Der Spiegel

(3) Steffen Winter, Wiebke Ramm, Claas Meyer-Heuer, Jörg Diehl: Der schwerkriminelle Remmo-Clan: Wir, die Outlaws – ihr, die Opfer. In: Der Spiegel

(4) Katja Demirci, Sebastian Leber, Hannes Heine, Werner van Bebber: Der Staat greift nach dem Geld von Berlins kriminellstem Clan. In: Der Tagesspiegel, 20. Juli 2018.

(5) https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-09/gruenes-gewoelbe-diebstahl-ankklage-tatverdaechtige-dresden-staatsanwaltschaft

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren