UND TÄGLICH GRÜßT DER MESSERMANN: Zahl der Messereingriffe steigt deutlich Täter meist „EIN MANN“

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich berichtete der Innenminister des Landes NRW dem Innenausschuss des Landtags über Messerattacken. Die Bilanz ist erschreckend: im Jahr 2019 wurden insgesamt 6.827 Fälle erfasst, bei denen als Tatwaffe ein Messer eingesetzt wurde. Dabei wurden insgesamt 6.736 Tatverdächtige registriert. 2.645 von diesen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit – knapp 40 Prozent, darunter v.a. Türken (436), Syrer (364), Polen (132), Rumänen (123), Afghanen (123), Serben (110) und Iraker (105). Wie viele der Täter mit deutscher Staatsangehörigkeit einen Migrationshintergrund haben, wurde nicht erfasst. Unter den Tatverdächtigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit befinden sich 1.052 Zuwanderer, d.h. Asylbewerber, Schutz- und Asylberechtigte oder Geduldete. Das sind ebenfalls fast 40 Prozent von dieser Gruppe (1, 2).

Die Angriffe mit Messern nehmen bundesweit insgesamt zu. Messerangriffe werden zwar nicht in allen Bundesländern gesondert erfasst, dennoch ist die Tendenz aufgrund der vorliegenden Zahlen eindeutig erkennbar. So wurden in Berlin in 2019 2.795 Straftaten mit Messern begangen, 2013 waren es noch 2.512. In Thüringen waren es 2018 986 Angriffe, in 2013 dagegen noch 703. In Baden-Württemberg wurden 2018 6.073 Taten gezählt, in 2014 waren es noch 5.534. In Hessen wurden 2018 1.212 Fälle von Körperverletzungs- und Tötungsdelikten mit Messern registriert, 2014 waren es noch 865. Insgesamt waren in Baden-Württemberg Fälle von Gewaltkriminalität unter Verwendung eines Messers um 25 Prozent angestiegen. Besonders stark war der Anstieg zwischen den Jahren 2014 und 2016: mehr als 32 Prozent (1).

Wenn in NRW von 6.736 tatverdächtigen Messerstechern 1.052 Zuwanderer sind, so sind dies mehr als 15 Prozent. In NRW leben jedoch „nur“ 205.449 Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte und stellen daher gerade mal 1,15 Prozent der Gesamtbevölkerung (3). Zuwanderer sind somit unter den tatverdächtigen Messerstechern gegenüber der Gesamtbevölkerung um den Faktor 13 überrepräsentiert.
Eigentlich Anlass für eine entsprechende Meldung in den Medien und vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und das ZDF berichtet auch tatsächlich. Überschrift: „Statistik für 2019 in NRW – Messerangriffe:

Tatverdächtige meist Deutsche“ (4). Das stimmt natürlich, vermittelt aber ein völlig falsches Bild. Die wesentliche Botschaft – deutliche Überrepräsentanz der Zuwanderer – wird einfach weggelassen. Schlimmer noch: es kommt dann auch gleich der Experte zu Wort – diesmal der Rechtsexperte und Kriminologe Hans-Jörg Albrecht. Der behauptet, die Zuwanderung der letzten Jahre habe die Kriminalität hierzulande „kaum beeinflusst“. Außerdem resultiere die Gewalt von Asylbewerbern oft „aus Problemen innerhalb bestimmter Gruppen untereinander“. Das stimmt wahrscheinlich, macht die Sache aber nicht besser. Denn ein Messeropfer ist ein Messeropfer – egal ob es sich dabei um einen unbeteiligten Passanten oder um einen Mitflüchtling handelt. Und wenn die verschiedenen Gruppen von Asylbewerbern untereinander Probleme haben, bedeutet das nichts anderes, als dass sie ihre Konflikte, wegen denen sie ihre Heimat verlassen haben, mitgebracht haben und hier weiter austragen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/politik/inland/duesseldorf-regional-politik-und-wirtschaft/messerangriffe-so-viele-gibt-es-in-deutschland-67330570.bild.html
(2) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/258081/umfrage/auslaenderanteil-in-nordrhein-westfalen/
(3) https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-7264.pdf;jsessionid=1417026243F11BA6702F96541ED941D3
(4) https://www.zdf.de/nachrichten/politik/messerangriffee-2019-tatverdaechtige-ueberwiegend-deutsche-100.html

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