Untersuchung der Stadt Frankfurt verdeutlicht Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Erfolg im Bildungssystem

Guten Morgen liebe Hessen,

Kürzlich titelte die FAZ: „Studie zum Schulwechsel: Migranten im Nachteil“. Anlass war eine Untersuchung der Stadt Frankfurt anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres 2021/22. Diese zeigte, dass der Wechsel eines Kindes auf das Gymnasium „stark vom Wohnort und biographischen Hintergrund eines Schülers“ abhängt. Im gerade begonnenen Schuljahr gab es an Frankfurter Schulen 6.062 neue Fünftklässler, davon 2.328 ohne Migrationshintergrund und 2.732 mit Migrationshintergrund. Die Schulform, auf die die einzelnen Schüler wechseln, zeigt dabei deutliche Unterschiede der verschiedenen Schülergruppen. So besuchen Kinder mit Migrationshintergrund viermal häufiger die Hauptschule als Kinder ohne Migrationshintergrund. Bei den Kindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind es sogar zehnmal so viele. Umgekehrt ist die Situation beim Gymnasium. Auf diese Schulform wechseln mehr als zwei Drittel der biodeutschen Schüler, aber weniger als die Hälfte der Schüler mit Migrationshintergrund und nur ein Drittel der ausländischen Schüler.

Auch besteht eine deutliche Korrelation zwischen Wohnort und Schulform. In Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil ist der Anteil der Schüler, die auf das Gymnasium wechseln, deutlich geringer als in Stadtteilen mit geringem Migrantenanteil. Die neue Dezernentin Eileen O’Sullivan (Volt) zeigte sich erstaunt über diese Zahlen: „Es ist auffällig, dass wesentlich mehr Kinder mit ausländischem oder Migrationshintergrund auf Hauptschulen wechseln als Kinder ohne einen solchen Hintergrund“. Sie forderte daher eine frühere und intensivere Förderung von Kindern mit ausländischem und Migrationshintergrund (1).

Dabei ist der Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Erfolg im Bildungssystem seit langem bekannt. Und ebenso lang versucht die Politik, Chancengerechtigkeit für alle herzustellen – ungeachtet des familiären Hintergrunds. Und das ist ihr auch weitgehend gelungen. Kein Schüler wird in der Schule wegen seiner Herkunft diskriminiert oder benachteiligt – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Die Ursache für Leistungsunterschiede dürften sich daher ganz überwiegend im außerschulischen Bereich finden und damit nicht im Einflussbereich des Staates. Es ist ganz offensichtlich, dass Eltern, die selbst dem Bildungsbürgertum angehören und eine akademische Ausbildung besitzen, zuhause ihren Kindern ein bildungsfreundliches Umfeld bieten, ihnen Anregungen geben und bei den Hausaufgaben helfen können (und dies meist auch tun). Im Gegensatz dazu können Eltern, die selbst nur eine rudimentäre Schulbildung besitzen oder sogar Analphabeten sind, ihre Kinder zuhause kaum unterstützen – zumal wenn sie die deutsche Sprache nur unzureichend beherrschen. Hier sind die Einflussmöglichkeiten des Staates jedoch begrenzt.

Insoweit ist zwar die Feststellung zutreffend, dass Migrationsstatus und Schulbildung eine Korrelation zeigen, nicht jedoch die von linken Politikern immer wieder behauptete Kausalität, dass Kinder mit Migrationshintergrund deshalb schlechtere Leistungen zeigen, weil sie durch Staat und Gesellschaft benachteiligt werden. Das wird bereits daran erkennbar, dass es auch Migranten gibt, die in der Schule sogar überdurchschnittliche Leistungen zeigen: z.B. solche, deren Familien aus Südostasien stammen. Es ist also nicht der Migrationsstatus und die damit häufig verbundenen prekären Verhältnisse die Ursache, sondern eher das kulturell geprägte Umfeld.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467911/56

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