VERTUSCHUNG UM PARISER MESSERMANN? Statt „psychisch krank“ soll Täter zum Islam konvertiert, Kleidungsgewohnheiten umgestellt, und islamistische Attentate begrüßt haben.

Guten Morgen liebe Hessen,

Vor einigen Tagen meldeten die Medien einen „Messerangriff in Paris: Mann attackiert Polizisten – fünf Tote“. Ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizeibehörde hatte vier Polizeibeamte erstochen und war anschließend erschossen worden. Der Innenminister Frankreichs versicherte, der Täter sei bislang nicht negativ aufgefallen (1). In vielen Medien wurde berichtet, dass es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe (2). Der Spiegel berichtete, dass der Täter psychisch krank gewesen sei und „vor der Tat Stimmen gehört haben“ soll. Er sei zwar regelmäßig zur Moschee gegangen, zeigte aber „keine Anzeichen von Fanatismus“. Und die Regierung warnte vor Spekulationen, denn: „Weil man Muslim ist, ist man noch lange kein Terrorist“ – so eine Sprecherin der Regierung, „ein Übertritt zum Islam ist nicht automatisch ein Zeichen für eine Radikalisierung“ (3).

Der unbefangene Leser konnte also beruhigt sein: die Tat eines psychisch Gestörten, die nicht vorhersehbar war. Mithin ein Naturereignis wie ein Vulkanausbruch oder ein Erdbeben. Und in keinem Fall hatte der Anschlag etwas mit dem Islam zu tun.
Einige Tage später liest man jedoch ganz andere Berichte. Zum Beispiel: „Vertuschungsversuch der Regierung? Chefermittler: Paris-Attentäter war radikaler Islamist“. Der Täter sei vor etwa 10 Jahren zum Islam konvertiert, seine Kleidungsgewohnheiten umgestellt und den Kontakt zu Frauen geändert. Zudem habe er seine Zustimmung zu dem islamistischen Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ geäußert. Gleichwohl war er Mitarbeiter der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de Renseignement“ der Polizeibehörde, die für den Kampf gegen Terrorbedrohungen zuständig ist (4). Offensichtlich wollte der französische Innenminister verhindern, dass die Messerattacke als islamisch motivierter Terrorakt eingestuft wird (5).

Auch dieser Fall zeigt exemplarisch das Vorgehen von Regierungen und Behörden, wenn es um das Grundrecht der Religionsfreiheit – und vor allem um eine bestimmte Religion – geht. Da konvertiert jemand zur Religion des Friedens und ändert sein Verhalten entsprechend den Vorschriften der Religion. Niemand stört sich daran, auch dann nicht, als der Betreffende Zustimmung zu islamisch motivierten Terroranschlägen äußert. Verständlich, da jede Kritik an einer bestimmen Religion oder an Gläubigen, die diese Religion ausüben, als islamophob eingestuft wird. Teilweise wird sogar der Straftatbestand der Islam- oder Muslimfeindlichkeit gefordert.

Und wenn dann der Konvertierte schwerwiegende Straftaten begeht, versuchen Politiker und Medien jeden möglichen Zusammenhang zwischen Religion und Tat zu leugnen – selbst wenn dieser offensichtlich ist. Meist ist dann von einem „psychisch gestörten Täter“ die Rede, von einem „Familiendrama“ (Ehrenmord) oder einem „Streit unter Männern“ (streit unter Angehörigen unterschiedlicher Religion oder derselben Religion, aber unterschiedlichen Strömungen).

Und natürlich wird nie thematisiert, dass im Zusammenhang mit Gewalttaten immer wieder Angehörige einer bestimmten Religion auffallen. Denn nie hört oder liest man etwas über buddhistische Terroranschläge, konfuzianische Selbstmordattentäter oder Messerstechereien zwischen jungen Katholiken und Protestanten.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/in-zentraler-polizeidienststelle-mann-attackiert-polizisten-in-paris-fuenf-tote_id_11206090.html
(2) https://www.br.de/mediathek/video/paris-messerattacke-in-polizeipraefektur-av:5d960652c3473c001ab88eec
(3) https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/paris-messerangreifer-in-polizeipraefektur-soll-psychische-stoerung-gehabt-haben-a-1289968.html
(4) https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/chefermittler-pariser-messer-angreifer-war-radikaler-islamist-65152094.bild.html
(5) https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/messerattacke-in-paris-vertuschung-auf-hoechsten-befehl-16418097.html

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