„Völkerrechtlerin“, Autorin, Kanzlerin? Was kann Annalena Baerbock eigentlich selbst?

Guten Morgen liebe Hessen,

Früher war die Qualifikation eines Kandidaten in der Politik ein wichtiges – wenn auch nicht einziges – Kriterium für dessen Aufstellung. Das ist aber lange vorbei. Vor allem bei den Grünen spielt die fachliche oder berufliche Qualifikation keine Rolle mehr (falls sie überhaupt jemals von Bedeutung war). Denn die Grünen fordern, dass die Parlamente ein Querschnitt durch die Bevölkerung sein sollen und dabei vor allem – tatsächlich oder vermeintlich – benachteiligte Gruppen ausreichend repräsentiert sein müssen. Gemeint sind damit neben Frauen vor allem Migranten und Personen aus der LGTBQ-Community. Und da bleibt für Qualifikation kein Raum mehr. Einen eindrucksvollen Beweis hierfür lieferte kürzlich die grüne Kandidatin (Listenplatz 2) für den Bundestag aus dem Saarland. Die Kandidatin – Irina Gaydukova – kam vor 20 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland und arbeitet als Controllerin. Nach ihrer Bewerbungsrede wurde sie mit verschiedenen Fragen aus dem Publikum konfrontiert, von denen sie keine einzige beantworten konnte. Dabei waren die Fragen nicht einmal schwierig und befassten sich mit grünen Kernthemen: „Wie stehst du zur Fahrradpolitik?“, „Wie willst Du soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden?“ – Fragen, auf die auch jeder CDU-, FDP- oder AfD-Kandidat eine Antwort gewusst hätte (1).

Aber warum soll eine Provinz-Kandidatin besser sein als die zukünftige grüne Kanzlerin. Auch die fiel bislang nicht durch Kompetenz und Wissen auf. Schlimmer: sie täuscht mit falschen oder irreführenden Angaben nichtvorhandene Qualifikationen vor – mehr Scheinen als Sein. Und dazu passt dann auch ihr Buch mit dem Titel „Jetzt: Wie wir unser Land erneuern“. Schon der Titel ist eine Anmaßung. Andere Politiker waren wesentlich bescheidener bei ihren Buchtiteln. Aber zum anmaßenden Titel passt dann auch der Inhalt. Wenig Substanz, viel Allgemeinplätze und Binsenweisheiten. Und die wenigen selbständigen Gedanken teilweise wörtlich abgeschrieben. Der Wiener Medien- und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber – Betreiber des Blogs „Plagiatsgutachten.com“ – listet zahlreiche Stellen auf, die dies belegen. In dem Buch wurden Formulierungen aus anderen Werken wörtlich oder minimal verändert übernommen, ohne eine Quelle zu nennen (2).

Obwohl die Fakten eigentlich eindeutig sind und jeder die Plagiate überprüfen kann, keilte ein Sprecher der Grünen auf Twitter: „Das ist der Versuch von Rufmord“ (3). Die Kanzelkandidatin erhielt kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Gelegenheit, sich zu äußern. Zwar nicht bei ARD oder ZDF, dafür aber bei „Brigitte Life“ einem Ableger der Frauenzeitschrift Brigitte. Möglicherweise der angemessene Ort für eine Rechtfertigung oder Erklärung. Die kam aber nicht. Statt Fehler einzugestehen, erklärte die Autorin Baerbock, sie habe kein Sachbuch geschrieben. Bei der Buchvorstellung antwortete die „Autorin“ noch auf die Frage „Ist das eine Biographie oder ist das ein politisches Sachbuch“: „Also, es ist beides“ (4). Jetzt also auf einmal nicht mehr. Da fragt man sich natürlich, was soll das Buch denn dann sein? Ein Roman, ein Märchenbuch oder ein Lexikon? Was aber auch egal wäre, denn der Urheberschutz gilt für jede Form der unautorisierten Verwendung von fremden Texten. Das kann Baerbock natürlich nicht wissen, denn sie ist „Völkerrechtlerin“, aber keine Urheberrechtlerin. Aber das interessiert die Brigitte-Interviewerin alles nicht, sondern kommt mit der rettenden Feststellung, Baerbock werde „als Frau benachteiligt“. Da stimmt die Kandidatin natürlich sofort zu – wohl um von sich und den Vorwürfen abzulenken (5).

Aber das alles wird viele Wähler nicht stören. Lebenslauf geschönt, Nebeneinnahmen „vergessen“ und Buch abgeschrieben – „Schummelliese“ Baerbock (6) wird dennoch Kanzlerin – eine würdige Nachfolge für Merkel.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/deutschland/skurriler-auftritt-habe-ich-zeit-zu-ueberlegen-saar-gruene-kann-auf-parteitag-keine-fragen-beantworten_id_13434459.html

(2) https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/469648/6-7

(3) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467217/1

(4) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/baerbock-plagiat-vorwurf/

(5) https://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl/kommentar-von-hugo-mueller-vogg-von-selbstkritik-keine-spur-baerbock-laesst-im-live-talk-eine-grosse-chance-liegen_id_13457743.html

(6) https://www.focus.de/politik/deutschland/schwarzer-kanal/die-focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-schummelliese-baerbock-wer-hat-denn-nun-dieses-verdammte-buch-geschrieben_id_13459665.html

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