VOM FLÜCHTLING ZUR FACHKRAFT? Auch nach Jahren ca. 90 % wegen Sprachdefiziten nicht in der Lage, Fachunterricht zu folgen!

Guten Morgen liebe Hessen,

Im Jahr der Grenzöffnung – 2015 – kamen fast 480.000 Asylbewerber nach Deutschland, 2016 waren es fast 750.000. Der größte Teil kam aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, dem Iran und Eritrea. Die meisten waren unter 25 Jahre alt. Viele sahen in den jungen Menschen – meist Männern – ein Potential, das der Wirtschaft die fehlenden Fachkräfte liefern könnte. Der damalige Daimler-Chef Dieter Zetsche sah zwar die Schwierigkeiten, aber prophezeite, dass es „im besten Fall auch eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden“ könne. (1) Das war schon sehr optimistisch. Denn es war schon damals völlig klar: die meisten der Zuwanderer haben keine Schulbildung und keine Berufsausbildung – jedenfalls keine, die unseren Standards entsprechen. Und niemand beherrschte die deutsche Sprache – viele waren sogar in ihrer Muttersprache Analphabeten. Und es war auch völlig klar: während ein 5-jähriges Kind schnell eine neue Sprache lernt, tut sich ein 20-Jährger deutlich schwerer. Und das gilt natürlich auch für die Vermittlung von anderen Kenntnissen, die ein Kind leicht lernt, ein Erwachsener aber nicht.

Und obwohl das eigentlich eine Binsenweisheit ist, wollen es die Verantwortlichen nicht wahrhaben. Im Gegenteil: die Presse berichtete immer wieder über Geflüchtete, die innerhalb kürzester Zeit perfekt deutsch gelernt haben, das Abitur mit der Note 1,0 abgelegt hatten oder in kurzer Zeit einen Gesellen- oder Meisterbrief erworben hatten. Diese Fälle gab es natürlich. Aber es war eben nicht – wie die Presse wohl vermitteln wollte – der Normalfall, sondern die einsame Ausnahme.

Und so berichtete die kürzlich ZEIT über den Leiter einer gewerblichen Schule in Stuttgart, der im täglichen Betrieb seiner Schule ein erschreckendes Sprachdefizit der Geflüchteten feststellte. Er initiierte eine Deutschtest an allen 21 Berufsschulen der Stadt. Ergebnis: von den 1.000 Auszubildenden aus der Gruppe der Zuwanderer können sich – nach zwei bis drei Jahren Aufenthalt in Deutschland – gerade mal 116 an einer Fachdiskussion beteiligen (1). Mithin sind fast 90 Prozent der Auszubildenden alleine aufgrund der Sprachdefizite nicht in der Lage, dem Fachunterricht zu folgen.

Wer aber alleine wegen des sprachlichen Defizits dem Unterricht folgen kann, wird auch die Prüfung nicht bestehen. Und selbst wenn er die besteht – weil z.B. die Prüfungskommissionen auf Anweisung der Bundesregierung die Anforderungen soweit reduzieren, dass jeder bestehen muss – hilft das niemandem weiter. Denn auch für Handwerker ist die Kommunikation mit dem Chef und dem Kunden das A und O. Ganz zu schweigen von den teilweise sehr komplizierten Bedienungs- und Reparaturanleitungen oder technischen Erläuterungen z.B. für Heizungen oder Elektroanlagen. Wenn ein Handwerker die nicht lesen und verstehen kann, ist jede Installation oder Reparatur zum Scheitern verurteilt.

Dennoch wird keiner der Migranten dazu verpflichtet, einen Deutschkurs zu besuchen und diesen erfolgreich abzuschließen. Im Gegenteil: auf allen Behörden gibt es Merkblätter in den Sprachen der Zuwanderer und Mitarbeiter, die sich in der jeweiligen Muttersprache mit ihnen verständigen können. Die Botschaft ist klar: niemand muss in diesem Land deutsch können, um hier zu leben.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.zeit.de/2020/35/gefluechtete-ausbildung-integration-deutschkenntnisse-migration/komplettansicht

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