WAS IST SCHLIMMER: Greta oder Corona?

Guten Morgen liebe Hessen,

Lange hat man nichts mehr von Greta gehört. Der eine oder andere hat vielleicht schon das Schlimmste befürchtet: dass sie wieder in die Schule zurückgekehrt ist und Mathe, Physik und englisch büffelt. In diese Ungewissheit, die viele erfasst hat, kommt die erlösende Meldung im FOCUS: „Ein beschämender Tag für Europa: Greta Thunberg blickt wütend nach NRW“. Es geht um Proteste gegen das gerade im nördlichen Ruhrgebiet in Betrieb genommene Kraftwerk Datteln 4. Denn: „Es ist ein postfaktisches Kraftwerk, alle Fakten sprechen dagegen“ – so die Sprecherin von Fridays for Future (1).

Auch Greta meldete sich via Twitter zu Wort. „Heute ist ein beschämender Tag für Europa, da wir ein brandneues Kohlekraftwerk eröffnen. Wir haben uns verpflichtet, den Weg zu ebnen, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden – und doch ist dies das Signal, das wir an den Rest der Welt senden?“. Das zornige Statement der Aktivistin wird ihre Wirkung wahrscheinlich nicht verfehlen, zumal man monatelang nichts von ihr hörte. Und auch die FFF-kids konnten freitags nicht mehr öffentlichkeitswirksam die Schule schwänzen.

Da wurde es Zeit, dass der Focus der Aktivistin endlich wieder einmal eine angemessene Plattform bietet, um die Politiker in diesem Land zurechtzuweisen. Und Greta ist von dem überzeugt, was sie sagt. Und das ist nicht weniger als eine vollständige Neuordnung von Wirtschaft und Gesellschaft – weltweit. Und das Ganze ohne Studium, Berufsausbildung oder lästigem Fachwissen. Alle Informationen, die sie benötigt, bezieht Greta aus dem Internet – denn da steht alles drin. Und alles umsonst. Nicht ganz: das Internet und die ständige Verfügbarkeit aktueller Informationen kostet Strom, der immer noch überwiegend unter Emission von CO2 produziert wird. Wer ständig online ist und immer über aktuelle Informationen verfügen will und ständig Kontakt mit anderen Gleichgesinnten haben möchte, produziert so mehr CO2 als jeder Autopendler. Da wäre dann tatsächlich erhebliches Sparpotential. Einfach mal offline gehen und bleiben und nur dann ins Internet, wenn man tatsächlich etwas wichtiges mitzuteilen hat. Dann könnten viele Kraftwerke sofort abgeschaltet werden. Und das, ohne dass irgendjemand irgendetwas vermissen würde. Und sicher würde auch niemand Greta vermissen, wenn sie sich nicht mehr zu Wort meldet.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/deutschland/proteste-gegen-datteln-4-ein-beschaemender-tag-fuer-europa-greta-thunberg-blickt-wuetend-nach-nrw_id_12050641.html

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