Wegen schlechter Noten sollte Lehrer erschlagen werden! Zwei Täter gestehen, alle drei weiter auf freiem Fuß!

Guten Morgen liebe Hessen,

zwei Schüler rufen einen Lehrer auf dem Lehrerparkplatz um Hilfe. Ein Klassenkamerad habe Kreislaufprobleme. Als sie mit ihm zu einem abgelegenen Garagenhof laufen, hat der Lehrer ein ungutes Bauchgefühl. Es sollte ihm das Leben retten. Anstatt den beiden zu folgen, ruft er direkt einen Krankenwagen und vermeidet es, den Schülern den Rücken zu zudrehen. Der angeblich kollabierte Schüler wird ins Krankenhaus gefahren, wo jedoch nichts festgestellt werden konnte.

Was die drei planten, kommt erst einige Tage später heraus: die beiden Schüler sollten mittels der erfundenen Geschichte ihres in Not geratenen Klassenkameraden den Lehrer in einen Hinterhalt locken, wo man ihm mit einem Hammer den Schädel einschlagen wollte. Der Grund: der Initiator des Komplotts, der 16-jährige Serkan, wollte sich offenbar an dem Lehrer rächen, weil seine Noten schlecht und seine Versetzung gefährdet war. Die beiden Mittäter sollen die „Verabredung zum Verbrechen“ bereits gestanden haben, der Haupttäter schweigt [1]. Inzwischen sind alle drei – trotz des eindeutigen Tathergangs – wieder auf freiem Fuß [2].

Die Situation kennen sicher viele aus eigener Erfahrung: man erhält als Schüler eine schlechte Note und fühlt sich ungerecht behandelt, weil man die eigene Leistung anders bewertet. Die Benotung ist immer eine subjektive Bewertung aus Sicht des Lehrers und sicher entspricht diese nicht immer der tatsächlichen Leistung. Die meisten werden in dieser Situation die – vermeintlich oder tatsächlich – ungerechte Bewertung hinnehmen, manche in dem Bewusstsein, dass ihre Leistung auch schon besser benotet wurde als sie tatsächlich war. Der eine oder andere wird vielleicht auch den Lehrer zur Rede gestellt und eine Änderung der Note gefordert haben – vielleicht sogar mit Erfolg. Oder man überlegte sich eine Racheaktion und hat bei nächster Gelegenheit dem Lehrer die Luft aus dem Fahrrad gelassen oder dessen Aktentasche versteckt.

Was jedoch sicher niemand unternommen hat: den Lehrer in einen Hinterhalt zu locken, um ihn dort mittels eines Hammers zu erschlagen. Um auf eine solche Idee zu kommen, bedarf es einer besonderen Persönlichkeitsstruktur und/oder einer kulturellen Prägung, die für Beleidigung oder Verletzung der Ehre die Tötung verlangt. Und eine ungerechte Benotung ist für einen Schüler sicher eine Verletzung der Ehre, die umso schmerzlicher ist, da sie in Gegenwart der Mitschüler und somit für alle sichtbar erfolgt. Und wenn diese Kränkung dann auch noch durch einen Ungläubigen erfolgt, bleibt als Sühne nur die Tötung des Beleidigers.

Und dass eine schlechte Benotung durch den Lehrer nicht etwa angemessen, sondern ungerecht ist, steht für viele Schüler – wie etwa Serkan – außer Frage: Viele Schüler mit Migrationshintergrund fühlen sich ständig benachteiligt und klagen über Diskriminierung. Sie verweisen dabei auf verschiedene Statistiken, die zeigen, dass die schulische Leistung von Schülern mit einem bestimmten kulturellen Hintergrund deutlich schlechter ist als die der „biodeutschen“ Schüler. Und sie ziehen die Schlussfolgerung, dass die Ursache hierfür in der Diskriminierung durch Lehrkräfte liegt. Dass die schlechten Noten einfach an der unzureichenden Leistung liegen, liegt außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.

Ihr Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

[1] https://www.merkur.de/welt/dortmunder-schueler-wollen-lehrer-mit-hammer-erschlagen-motiv-macht-fassungslos-zr-12284590.html

[2] https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-aktuell/dortmund-wollten-schueler-ihren-lehrer-mit-einem-hammer-toeten-61907758.bild.html

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