…weil zuhause alles schwierig und teuer ist: Syrer schildern Flucht Richtung Deutschland

Guten Morgen liebe Hessen,

BILD war bei „Flüchtlingen“ in einem polnischen Krankenhaus und berichtete darüber unter der Überschrift „Es war der größte Fehler, nach Europa zu kommen“. Denn „Belarus-Diktator Lukaschenko treibt Menschen weiter wie Tiere Richtung EU“. Wer es bis nach Polen geschafft hat, „landet oft vollkommen entkräftet in einem polnischen Krankenhaus“. BILD sprach dort mit vier „Flüchtlingen“ – darunter den Brüdern Khedr und Layous Touma. Nachdem sie mehrere Tage in polnischen Wäldern herumgeirrt waren, kamen sie schließlich in ein Krankenhaus. Die beiden Brüder würden gerne wieder zurück in die Heimat fahren „Es war der größte Fehler nach Europa zu kommen. Ich bin in die Hölle gekommen, in den Tod“. Ende Oktober flogen sie aus ihrer Heimat Syrien nach Minsk – mit einem Touristenvisum. Für die Reise hatten sie pro Person 3.800 Euro bezahlt – für Visum, Flug (hin und zurück) sowie einem Hotel für eine Woche. Hotel und Rückflug konnten sie aber nicht in Anspruch nehmen, denn „die Schergen von Lukaschenko jagten sie direkt zur Grenze“ (1).

Khedr Touma erklärt, wovor er aus seiner Heimat Syrien geflohen ist: „Ich bin gegangen, weil ich verheiratet bin und eine Tochter habe. Sie ist vier Jahre alt. Ich habe mir gesagt, dass ich gehe und eine bessere Zukunft für sie aufbaue, weil die Situation in Syrien so schwierig ist und alles sehr teuer ist“ (1). Deutlicher kann man es wohl kaum formulieren: der „Flüchtling“ verlässt sein Land, weil er für seine Tochter eine bessere Zukunft will und weil alles sehr teuer ist. Und der sorgt auch dafür, dass Frau und Tochter – und ggf. weitere Familienmitglieder – schnell nachreisen können. Im Fluchtziel Deutschland ist auch alles teuer – wahrscheinlich sogar teurer als in Syrien. Und die Situation ist für viele auch schwierig. Der entscheidende Unterschied zwischen Deutschland und Syrien liegt aber darin, dass in Deutschland alles vom Staat bezahlt wird und alle Schwierigkeiten von staatlich beauftragten Integrationslotsen und Mitarbeitern verschiedener Organisationen beseitigt wird.

Und so machen sich aus zahlreichen Ländern Migranten auf, weil zuhause alles schwierig und teuer ist. Und es sind nicht nur kräftige junge Männer (die eigentlich auch zuhause arbeiten und Schwierigkeiten überwinden könnten), sondern inzwischen auch zunehmend Frauen – teilweise mit kleinen Kindern. Die reisen dann an die polnische Grenze und wissen selbstverständlich, dass dort Grenztruppen stationiert sind und die Migranten daher im Freien in der Kälte (November!) möglicherweise über Tage oder Wochen ausharren müssen, bis sich eine Gelegenheit zum illegalen Grenzübertritt findet. Dass das für kleine Kinder tödlich enden kann, stört sie offensichtlich nicht oder sie hoffen, dass irgendjemand kommt und ihnen hilft. Im Normalfall würde ein solches verantwortungsloses Verhalten zum Entzug des elterlichen Sorgerechts führen – an der polnischen Grenze aber wohl nicht.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.bild.de/bild-plus/politik/ausland/politik-ausland/fluechtlinge-in-polen-es-war-der-groesste-fehler-nach-europa-zu-kommen-78273048,la=de.bild.html

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