WENN TÄTER SCHUTZSUCHENDE SIND -selbsternannte Moralapostel bagatellisieren sogar schwerste Straftaten

Guten Morgen liebe Hessen,

Wenn die moralischen Maßstäbe einmal aus dem Gleichgewicht zu geraten drohen, gibt es Fachleute aus der Fußballwelt, die das Wertegefüge wieder ins Lot bringen. Zum Bespiel der Freiburger Trainer Christian Streich, der vor einigen Jahren nach der Ermordung einer Studentin durch einen afghanischen Asylbewerber „engagiert auf fremdenfeindliche Kommentare reagiert“ hatte. Mit treffsicherem analytischem Blick stellte er fest, dass „nicht alle Menschen aus Afghanistan solche Dinge“ machen (gemeint war der Mord) (1). Das beruhigt dann doch ungemein. Und er bezeichnet Tat und Täter auch schonungslos: „Und jetzt ist der Bub, der was ganz Schlimmes gemacht hat, aus Afghanistan. Und dann sind es die Afghanen oder die Ausländer“ (1). Wer nur diesen Satz liest, denkt sich, es geht um einen Jugendlichen, der eine Fensterscheibe eingeworfen oder ein Auto geklaut hat. Der „Bub“ ist aber tatsächlich ein Mittzwanziger, der bereits wegen eines Mordversuchs zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde und der dann einen weiteren – diesmal vollendeten – Mord begangen hat.

Da werden von selbsternannten Moralaposteln schwerste Straftaten bagatellisiert, wenn es sich bei den Tätern um Schutzsuchende handelt. So auch kürzlich in Österreich. Am Tag nach der Terrortat von Wien stellten minderjährige Asylwerber im Pottendorfer Schlosspark (Niederösterreich) eine brutale Hinrichtung für ein Video nach. Vier minderjährige Asylwerber zwangen einen weiteren auf die Knie und bedrohten ihn mit „Kopfschuss“-Gesten. Zufällig wurde der SPÖ-Bürgermeister des Ortes unfreiwillig Zeuge der Szene und erstattete Anzeige. Die zuständige Staatsanwaltschaft stellte nach mehrmonatigen Ermittlungen das Verfahren ein. Begründung: ein Terrorhintergrund könne ausgeschlossen werden, eine Straftat liege daher auch nicht vor. Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen „deplatzierten Streich“. Die jugendlichen Schutzsuchenden haben gegenüber der Leiterin ihres Heims erklärt, „dass es sich bei dem Vorfall um ein Ausleben ihrer Kultur gehandelt habe. So sei es in ihrer Kultur vollkommen normal, dass Hinrichtungsvideos gedreht werden“ (2).

Damit ist der Fall für die Justiz erledigt. Nicht jedoch für den FPÖ-Bundesparteiobmann: „Österreich darf so eine Entwicklung nicht dulden. Die Hobby-Schauspieler von heute sind die Gefährder von morgen. Wenn die Jugendlichen so an ihren kulturellen Errungenschaften wie Hinrichtungen hängen, dann sollen sie bitte wieder in ihre Heimat zurückkehren. Mit der Kultur unserer Heimat Österreich sind derartige Weltanschauungen nicht kompatibel“ (2).

Genauso ist es. Auch wenn die Jugendlichen direkt nichts mit Terror oder Terrororganisationen zu tun haben, lässt das „Hinrichtungs-Spiel“ tief blicken. Vermutlich haben sich die Jugendlichen dieses Szenario nicht selbst ausgedacht, sondern irgendjemand hat ihnen das beigebracht. Möglicherweise hat ihnen jemand vermittelt, dass es in ihrer Kultur normal ist, andere hinzurichten, z.B. weil sie beleidigend waren oder weil sie ungläubig sind. Das ist nicht abwegig, weil es im grünen Buch genauso an vielen Stellen steht. Und niemand kann ausschließen, dass aus dem „Spiel“ irgendwann einmal Ernst wird. Denn das „spielerische“ Einüben derartiger Szenen könnte durchaus geeignet sein, die Hemmschwelle für ein späteres echtes Vorgehen herabzusetzen.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/article160138769/Streichs-Brandrede-gegen-Rassismus-Hass-und-AfD.html
(2) https://www.wochenblick.at/hinrichtungsvideo-fuer-staatsanwaltschaft-kein-terror-nur-ein-streich/

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