WIEDER UNRUHEN IN UNTERKÜNFTEN: Flüchtlinge unzufrieden wegen Corona-Quarantäne

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Corona-Pandemie ist die mit Abstand größte Herausforderung für Deutschland und andere Staaten. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus wurden weitgehen-de Kontaktverbote ausgesprochen. Kontakte sollen auf ein Mindestmaß beschränkt werden und alle Bürger sollten nach Möglichkeit ihre eigene Wohnung nicht verlassen. Dieses Kontaktverbot lässt sich nicht immer realisieren. So gibt es zahlreiche Einrich-tungen, in denen Menschen zwangsläufig auf engem Raum zusammenleben und Kon-takt mit fremden Personen haben, z.B. Kliniken, Seniorenheime, Haftanstalten – und auch Asylbewerberunterkünfte. Dieser Zustand lässt sich praktisch nicht ändern, da man schwer erkrankte Patienten oder pflegebedürftige Personen oder verurteilte Straftäter nicht einfach nach Hause entlassen kann. Und auch für Asylbewerber gilt dies, da anderweitige Unterbringungsmöglichkeiten nicht vorhanden sind.

Aber während die meisten Bürger des Landes die durch die Regierung verhängten Beschränkungen widerspruchslos akzeptieren, ist dies bei den Gästen nicht immer der Fall. So hatten kürzlich in einer Unterkunft in Suhl (Thüringen) Migranten aus Ge-orgien und den Maghreb-Staaten wiederholt versucht, die Unterkunft trotz verhängter Quarantäne zu verlassen. Da ihnen das nicht gestattet wurde, hatten sie gedroht, das Gebäude anzuzünden (1). Die Isolationsmaßnahme über die Einrichtung wurde durch die zuständigen Behörden verhängt, nachdem bei einem Asylbewerber das Coronavi-rus festgestellt worden war. Die Maßnahme betrifft rund 500 Bewohner der Einrich-tung. Um Ausbruchsversuche zu verhindern, sind bis zu 50 Beamte vor Ort (2). Auch im sächsischen Schneeberg hatten Asylbewerber das Corona-Kontaktverbot ignoriert.

Mehrfach waren Gruppen von 20 bis 30 Bewohnern der Asylbewerberunterkunft in dem Ort im Erzgebirge unterwegs gewesen. Auf ihr Verhalten angesprochen, hatten sie teilweise aggressiv reagiert (3).
In einem Flüchtlingsheim in Augsburg war ein Flüchtling aus der Türkei kurz nach sei-ner Ankunft positiv auf Corona getestet worden. Eine Gruppe von 20 bis 30 Flüchtlin-gen aus Gambia und Nigeria bestand darauf, in eine andere Unterkunft verlegt zu werden. Nachdem dies abgelehnt worden war, kam es zu Tumulten. Die Polizei muss-te mit mehreren Hundertschaften und einer Hundestaffel die Situation unter Kontrolle bringen (4). Einer der Bewohner verlangte die Verlegung in ein „sicheres Camp“ und beschwerte sich: „Die Mitarbeiter haben alle Handschuhe und Masken, uns geben sie keine“ (5). Offensichtlich haben ihn die Schlepper nicht darüber informiert, dass er in ein Land kommt, in dem nicht einmal Ärzte, Schwestern und Pfleger in Kliniken und Arztpraxen über Handschuhe und Masken verfügen, weil „Mutti Merkel“ und ihr hoch-kompetenter Gesundheitsminister nicht einmal in der Lage sind, die Grundversorgung mit einfachsten Hilfsmitteln sicherzustellen. Und dass es in Deutschland kein „siche-res Camp“ gibt, weil in allen Unterkünften die Bewohner auf engstem Raum unterge-bracht sind und weil nach Deutschland jeder einreisen kann – nicht nur ohne Pass, sondern auch ohne jede Kontrolle des Infektionsstatus.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/asylbewerber-in-quarantaene-suhler-landraetin-fordert-ueberwachung/
(2) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/quarantaene-polizei-verhindert-ausbruch-von-asylbewerbern/
(3) https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/bereitschaftspolizei-im-einsatz-asylbewerber-ignorieren-corona-kontaktverbot/
(4) https://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen-aktuell/augsburg-fluechtling-positiv-auf-corona-getestet-grosseinsatz-69653200.bild.html#remId=1599409558683173148
(5) https://presse-augsburg.de/coronafall-loest-tumulte-in-augsburger-fluechtlingsunterkunft-aus/541178/

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren