Wortgespenst „Krankenschwesterin“: Politik treibt Moderatoren in Genderwahnsinn

Guten
Morgen liebe Hessen,

Sprachliches
Gendern gehört inzwischen zur – vermutlich einzigen – Kernkompetenz der
öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Wer eine Nachrichtensendung oder einen
Bericht einschaltet, wird ständig mit dem „innen“ und der Genderpause terrorisiert.
Manchen Moderatoren scheint das nicht genug zu sein. Sie gendern auch da, wo es
– selbst wenn man es für sinnvoll hält – völlig überflüssig ist. Beispiel: vor
einem Jahr benutzte die WDR-Moderatorin Catherine Vogel den Begriff
„Intensivkrankenschwesterin“. Die Häme- und Empörungswelle ließ nicht lange auf
sich warten. Sender und Moderatorin erklärten, es habe sich um einen
Versprecher vor laufender Kamera gehandelt (1). Das kann natürlich sein, lässt
aber Rückschlüsse auf die Anweisungen der Sender an ihre Moderatoren zu.
Vermutlich wird den Moderatoren vermittelt, dass sie in ihren Sendungen immer
und in jedem Fall die geschlechtergerechte Sprache zu verwenden haben und
Verstöße gegen die Regel hart sanktioniert werden – z.B. mit dem Austausch des
Moderators durch einen anderen, der die Regeln genauer beachtet. Das wollen die
Sprecher natürlich vermeiden und hängen an jeden begriff automatisch und ohne
darüber nachzudenken das obligatorische „-innen“ an. Und da passiert dann eben
auch mal ein „Gäste und Gästinnen“ – oder eine „Krankenschwesterin“.

Ein Jahr nach
Vogel unterlief derselbe Nonsens dem Lokalzeit-Reporter Stefan Fuckert. Der
sollte über Waldbrände berichten und in seiner Sendung eine Expertin
interviewen: Lisa Petri, ehrenamtliche Brandmeisterin einer Löschgruppe und im
Hauptberuf Krankenschwester im Intensivbereich. Die stellt er den Zuschauern
vor: „Ihre Ausbildung hat sie ehrenamtlich neben ihrem eigentlichen Job gemacht
und der ist wirklich ausfüllend. IntensivkrankenschwesterIn“. In diesem Fall
aber kein Versprecher, denn Fuckert verwendet den Begriff
„IntensivkrankenschwesterIn“ in seiner Moderation noch ein weiteres Mal (2). Hier
wird die Erklärung etwas schwieriger. Denn eigentlich weiß jedes Kind, dass es
sich bei einer Schwester (männliches Pendant: Bruder) immer um eine Frau
handelt und bei einer Krankenschwester (männliches Pendant: Pfleger) ebenso.
Auch einem weniger begabten WDR-Moderator müsste das eigentlich geläufig sein. Unwissen
kann man also ausschließen. Aber was ist es dann? Die wahrscheinlichste
Erklärung ist, dass die TV-Sprecher inzwischen durch den öffentlichen Druck,
immer und überall zu gendern, bereits so konditioniert sind, dass sie das „-in“
bzw. „-innen“ immer und ohne Ausnahme verwenden, ohne darüber nachzudenken, ob
es im Einzelfall sinnvoll und angebracht ist oder ob der gerade gebrauchte
Begriff überhaupt nicht gegendert werden kann, weil er bereits explizit die
weibliche Form bezeichnet.

Ganz
offensichtlich werden die TV-Moderatoren von der permanenten Angst, beim
unkorrekten und diskriminierenden Gebrauch der Sprache erwischt zu werden, so
beherrscht, dass sie nicht mehr in der Lage sind, selbstkritisch darüber
nachzudenken, ob das Gendern im konkreten Fall überhaupt möglich ist.

Ihr Rainer
Rahn

Landtagsabgeordneter

(1) https://www.merkur.de/welt/gendern-wdr-moderatorin-krankenschwesterin-sender-reagiert-sprache-catherine-vogel-debatte-zrw-91729727.html

(2) https://www.berliner-kurier.de/panorama/mit-video-was-bitte-ist-eine-krankenschwesterin-tv-moderator-vergendert-sich-das-netz-lacht-li.255968

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