Würzburger Messermörder psychisch krank – Problem des religiösen Motivs „gelöst“

Guten Morgen liebe Hessen,

Ende Juni tötete ein 24-jähriger Somalier in der Würzburger Innenstadt 3 Frauen und verletzte 8 weitere Personen. Der Somalier war 2015 nach Deutschland eingereist. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, jedoch genießt er subsidiären Schutz. Der Mann war zuvor bereits durch Gewalttaten aufgefallen. So hatte er vor einem halben Jahr einen Mitarbeiter mit einem Küchenmesser bedroht (1). Vor einigen Tagen war der Täter in eine psychiatrische Behandlung zwangseingewiesen worden, die er jedoch selbst abbrach (2). Die Ermittler gehen von einer religiös motivierten Tat aus. Die Generalstaatsanwaltschaft München begründete dies mit den „Allahu-akbar“-Rufen während der Tat sowie den Äußerungen des Täters nach seiner Festnahme im Krankenhaus („Dschihad“) (3).

Wie häufig in ähnlichen Fällen, betonten die verantwortlichen Politiker, dass der Täter „psychische Probleme“ gehabt habe und „in psychiatrischer Behandlung“ war. Verständlich, denn ansonsten würde ein möglicherweise religiöser Hintergrund der Tat zu offensichtlich. Denn Täter und Opfer kannten sich nicht – ein persönliches Motiv scheidet damit aus. Der Tatverdächtige ist polizeibekannt. Er hatte bereits 2015 bei einem Streit in seiner Unterkunft einen Mitbewohner mit einem Messer verletzt und befand sich mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Zur Klärung der Schuldfähigkeit hatte die Staatsanwaltschaft ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben (3). Bei der psychiatrischen Begutachtung wurde festgestellt, dass der Tatverdächtige zum Tatzeitpunkt möglicherweise schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war. Daher wurden weitere Gutachten in Auftrag gegeben (4). Nach dem toxikologischen Gutachten stand der Täter zum Tatzeitpunkt nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen (5).

Angesichts der Vielzahl islamisch motivierter Taten und angeblicher psychischer Erkrankungen der jeweiligen Täter stellt sich die Frage nach der Grenze zwischen religiöser Überzeugung und Psychose. Diese Frage stellt sich insbesondere dann, wenn die strenge Befolgung eines religiösen Gebots eine Straftat darstellt. Dies ist bei den meisten Religionsgemeinschaften nicht der Fall. Wer z.B. streng katholisch ist und sich exakt an die Vorgaben der katholischen Kirche hält, verstößt nicht gegen geltendes staatliches Recht und insbesondere begeht er keine Straftat. Gleiches gilt für die meisten anderen Glaubensrichtungen. Wenn jedoch eine Religion z.B. ihren Gläubigen die Tötung Andersgläubiger vorgibt und ein Anhänger dieser Religion den Tötungsauftrag umsetzt, gerät er mit dem staatlichen Gesetz in Konflikt. Das ist vor allem dann problematisch, wenn die betreffende Religion und deren Ausübung unter dem besonderen Schutz eines Staates steht und dieser die Ablehnung dieser Religion verurteilt. Dann bleibt als einziger Ausweg aus dem Dilemma, einen Gläubigen, der den Tötungsbefehl befolgt, als psychisch krank und damit schuldunfähig zu erklären, damit der Zusammenhang zwischen Religion und Tötungsdelikt nicht erkennbar wird. Dieser Ausweg wird nun möglicherweise auch bei dem Täter von Würzburg gewählt. Damit ist zwar das Problem des religiösen Motivs gelöst, nicht aber die Frage beantwortet, warum sich überhaupt eine psychisch gestörte Person aus einem afrikanischen Staat in Deutschland aufhalten und dort ungehindert Morde begehen kann.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/panorama/welt/grosseinsatz-in-wuerzburg-angriff-in-innenstadt-taeter-gefasst-mehrere-tote_id_13437726.html

(2) https://www.focus.de/panorama/welt/messerattacke-in-wuerzburg-im-kaufhaus-stach-der-attentaeter-zu-es-lagen-menschen-auf-dem-boden-ueberall-war-blut_id_13438318.html

(3) https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-06/wuerzburg-anschlag-lka-bayern-ermittlungen-islamistischer-hintergrund

(4) https://epaper.fnp.de/webreader-v3/index.html#/469928/1-

(5) https://www.zeit.de/news/2021-07/20/messerstecher-von-wuerzburg-womoeglich-schuldunfaehig

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