Zentralratspräsident Schuster – treffsicherer Analyst in Sachen Antisemitismus

Guten Morgen liebe Hessen,

Nach zahlreichen anti-israelischen Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten, bei denen antisemitische Parolen verbreitet („Israel – Kindermörder“, „Raus aus Aksa, das für immer“) und teilweise jüdische Einrichtungen angegriffen wurden, haben sich erstmals die Medien und Politiker näher mit den Tätergruppen befasst und dabei festgestellt, dass es sich dabei überwiegend um Personen „aus dem Migrantenmilieu“ (Ministerpräsident Volker Bouffier) bzw. Personen muslimischen Glaubens handelt, bei denen die Integration „nicht gelungen“ sei. Unter den Demonstranten, die in NRW israelische Flaggen verbrannt und judenfeindliche Parolen skandierten, befanden sich auch „einige Asylbewerber“. Der Bundestagspräsident sprach dabei von „dem Problem eines importierten Antisemitismus aus muslimisch geprägten Regionen“. Die Polizeibehörden in NRW hatten bis zum 21.05.2021 insgesamt 77 Vorfälle mit antisemitischem oder anti-israelischem Bezug gemeldet. Bei den Tatverdächtigen handelte es sich meist um junge arabischstämmige Männer (1).

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland – Josef Schuster – sieht dagegen die Äußerungen von AfD-Funktionären als „ein Katalysator für Antisemitismus“ – die muslimischen Migranten seit dem Jahr 2015 dagegen nicht (2). Dabei ist der Präsident für seine schnellen und zielsicheren Urteile bekannt. So verlangte Schuster eine Entschuldigung des Leipziger Hotels, kurz nachdem der bekannte „Sänger“ Ofarim weltweit verbreitet hatte, dass man ihm dort an der Rezeption aufgefordert habe, seinen Davidstern „einzupacken“. Später kamen erhebliche Zweifel auf, dass sich der Vorfall tatsächlich ereignet hatte – insbesondere, weil der Stern – den der „Sänger“ angeblich immer trägt – auf keiner der zahlreichen Videoaufnahmen sichtbar ist. Auch fand sich kein einziger Zeuge, der dessen Geschichte bezeugen konnte. Schuster betonte, er halte seine damaligen Stellungnahmen nicht für voreilig, denn er stehe zu dem Grundsatz, immer beide Seiten zu hören (2). Warum er das im vorliegenden Fall nicht tat, verschweigt er.

Die Darstellung der AfD als „Anwältin jüdischen Lebens“ weist Schuster zurück: „Es ist wichtig, auf die Unterschiede zur AfD hinzuweisen und auf die Gefahr, die von ihr ausgeht“ (1). Und diese Gefahr benennt er auch. Denn nach seiner Überzeugung ist die AfD „eine radikale und religionsfeindliche Partei“ (3). Und diese Religionsfeindlichkeit richtet sich auch gegen die Religion des Friedens, deren Vertreter in immer größerer Zahl nach Deutschland kommen. Und so war es wohl auch folgerichtig, dass Schuster und der Zentralrat keine Presseerklärung herausgaben als Ende Juni in Würzburg (also in der unmittelbaren Nachbarschaft des Präsidenten) ein somalischer Asylbewerber unter Allahu-akbar-Rufen drei Frauen ermordete und fünf weitere Personen schwer verletzte (4, 5).

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://zeitung.faz.net/webreader-v3/index.html#/467003/3; https://epaper.fr.de/webreader-v3/index.html#/469123/38-39; https://www.focus.de/politik/ausland/gewaltausbruch-in-nahost-im-news-ticker-israel-und-hamas-vereinbaren-waffenstillstand-im-nahen-osten_id_13287506.html.

(2) https://www.welt.de/politik/deutschland/article234902904/Josef-Schuster-nennt-AfD-Aeusserungen-Katalysator-fuer-Antisemitismus.html

(3) https://www.zentralratderjuden.de/aktuelles/juden-gegen-die-afd/

(4) Islamist oder Verwirrter. Was über den Würzburger Messerstecher bekannt ist, auf: www.nordbayern.de

(5) https://www.zentralratderjuden.de/presse/presseerklaerungen/

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