ZIELKONFLIKT DER MASSENMIGRATION: In neuer „Heimat“ Europa werden Migranten meist nicht benötigt, in ihrer alten Heimat fehlen sie aber.

Guten Morgen liebe Hessen,

Migration ist und bleibt das zentrale Thema in Deutschland und Europa – auch im neuen Jahr. Und so hat der Focus in einem Artikel „die wahren Gründe, warum Flüchtlinge Heimat verlassen“, analysiert. Der Focus bezieht sich dabei auf eine Studie des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, für die Migranten aus afrikanischen Ländern befragt wurden, mit – wie der Focus behauptet – zum Teil erstaunlichen Ergebnissen. Und der Focus beantwortet die wichtigsten Fragen zur Studie: Wer sind die Menschen, die aus Afrika nach Europa kommen und aus welchen Gründen verlassen sie ihre afrikanische Heimat? (1).

Die Antwort überrascht nicht: beim Beginn ihrer Reise nach Europa waren die befragten Migranten im Schnitt 24 Jahre alt, männlich und ledig. 85 Prozent kommen aus urbanen Gebieten in Afrika – deutlich mehr als der Landesdurchschnitt. Und sie sind auch besser gebildet als der Durchschnitt der gleichaltrigen Landsleute – jedenfalls nach eigenen Angaben. Ob die stimmen, weiß niemand. Knapp 60 Prozent hatten vor ihrer Abreise einen Job oder gingen zur Schule. Was der Einzelne eben unter „Job“ oder „Schule“ versteht. Vermutlich nicht das, was man in Mitteleuropa damit verbindet. Fazit der Autoren der Studie: nach Europa kommen vor allem jene, die im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ein höheres Bildungsniveau haben und besser verdienen (1).

Dennoch reicht bei vielen der Verdienst nicht aus, um über die Runden zu kommen. Und das ist für die meisten dann auch der wichtigste „Fluchtgrund“ – wenn auch nicht der einzige. Denn die Migrationsursachen sind vielfältig. Als weitere Gründe werden genannt: Bildung, persönliche Freiheit und die politische Situation im – meist islamisch geprägten – Heimatland. Fazit der Autoren der Studie: um die illegale Migration nach Europa zu verhindern, müssen die Herkunftsländer in ihrer Entwicklung gefördert werden (1). Das ist leicht gesagt – aber schwer umzusetzen. In vielen Ländern fehlt es einfach am politischen Willen, die Situation im Land zu verbessern. Denn das setzt zum einen Fleiß, Zielstrebigkeit und harte Arbeit voraus und die Befreiung von religiösen Zwängen. Die Bereitschaft hierzu dürfte in vielen Ländern nur gering sein.

Was aber vor allem den Fortschritt behindert: wie die Studie zeigt, wandern vor allem junge, eher Gebildete und Qualifizierte aus der afrikanischen Heimat aus – also gerade diejenigen, die am ehesten in der Lage wären, die Verhältnisse zu ändern. Auch wenn die Auswanderer auf dem europäischen Arbeitsmarkt Europa nur geringe Chancen auf eine angemessene Tätigkeit besitzen, gehören sie in ihrer Heimat jedenfalls zu denjenigen, die am ehesten in der Lage sind, die Situation vor Ort zu verbessern. Damit entsteht ein zweifaches Problem: in der neuen „Heimat“ Europa werden die Migranten nicht benötigt, in ihrer alten Heimat fehlen sie aber. Die dortigen lokalen Verhältnisse – Armut und Perspektivlosigkeit – werden durch den Weggang der höher Qualifizierten verstärkt und somit der Migrationsdruck und die Fluchtursachen verstärkt.

Und genau diese Schlussfolgerung sollte man aus der Studie ziehen: ein klares Signal an alle Auswanderungswilligen nach Afrika senden, dass sie in Europa nicht erwünscht sind, sondern ihre Aufgabe darin besteht, die Verhältnisse in ihrer Heimat zu verbessern. Die Politiker der EU-Länder machen jedoch genau das Gegenteil: sie bewegen Auswanderungswillige dazu, nach Europa zu kommen und so die Verhältnisse in Afrika weiter zu verschlechtern.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/perspektiven/gesellschaft-gestalten/migration-uno-umfrage-zeigt-die-wahren-gruende-warum-fluechtlinge-heimat-verlassen_id_11257353.html

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