Zitat „Neger“ ließ sich nicht wieder einfangen: Baerbock stolpert über eigene Wortsäuberung

Guten Morgen liebe Hessen,

Die Kanzlerinnen-Kandidatin der Grünen kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Diesmal geht es nicht darum, was sie geschrieben (oder nicht geschrieben) hat, sondern um das gesprochene Wort. Und da kann man als Grüne schnell verbotenes Terrain betreten. Die Grünen-Kandidatin hatte sich in einem Video-Interview über Rassismus in Schulbüchern geäußert und dabei das „N-Wort“ („Neger“) verwendet (1). Vermutlich hat sie sich darüber empört, dass es in Deutschland immer noch Schulbücher gibt, in denen von „Negern“ die Rede ist oder das „N-Wort“ noch nicht durch ein anderes ersetzt wurde. Also eigentlich nur ein Zitat. Dennoch hat sie damit sofort bundesweit eine Welle der Empörung ausgelöst.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU!!) forderte die Kandidatin auf, den „Fall“ öffentlich zu machen: „Frau Baerbock sollte klar sagen, in welcher Schule in ihrem Umfeld dieser Vorfall war und wie Schulleitung und Schulaufsicht damit umgegangen sind“. Baerbock selbst gab sich zerknirscht; „Leider habe ich in der Aufzeichnung des Interviews in der emotionalen Beschreibung dieses unsäglichen Vorfalls das N-Wort zitiert und damit selbst reproduziert. Das war falsch, und das tut mir leid“. Und weiter: „Ich weiß ja um den rassistischen Ursprung dieses Wortes und die Verletzungen, die schwarze Menschen unter anderem durch ihn erfahren“ (1). Das Wort „Neger“ ist jedoch keineswegs „rassistischen“ Ursprungs, sondern lateinischen Ursprungs – denn es kommt von „niger“ (=schwarz) und bezeichnet dabei einfach eine Person mit schwarzer (oder allgemein dunkler) Hautfarbe – im Gegensatz zu „Weißen“ mit heller Hautfarbe. Es ist damit einfach eine wertfreie Bezeichnung für eine Gruppe von Personen mit einer bestimmten Eigenschaft – in diesem Fall einer bestimmten Hautfarbe.

Noch vor wenigen Monaten war dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) ebenfalls das „N-Wort“ herausgerutscht. Baerbock bezeichnete Palmers Äußerung als „rassistisch und abstoßend“ und forderte dessen Parteiausschluss (1). Die allgemeine Empörung über die Verwendung des „N-Wortes“ ist dabei deutlich größer als diejenige, die sich zeigt, wenn eine dunkelhäutige Person, die sich eigentlich überhaupt nicht in Deutschland aufhalten dürfte, ein Verbrechen begeht, wie etwa der abgelehnte Asylbewerber Eric X. aus Gambia, der in der Bonner Siegaue eine Camperin brutal vergewaltigte (2) oder der ebenfalls abgelehnte Asylbewerber Abdirahman J. A. aus Somalia, der in Würzburg drei Frauen mit einem Messer ermordete und acht weitere Personen schwer verletzte (3).

Offensichtlich darf man das „N-Wort“ inzwischen nicht einmal als Zitat verwenden, z.B. „früher war die Bezeichnung „Neger“ üblich“. Fragt sich, wie man zukünftig den Mainzer Dachdecker Thomas Neger anreden muss. Vielleicht mit „Herr N-Wort“.

Ihr Rainer Rahn
Landtagsabgeordneter

(1) https://www.focus.de/politik/deutschland/wirbel-um-aussage-baerbock-sagt-n-wort-gruene-wollten-interview-einfach-kuerzen-lassen_id_13529569.html

(2) https://www.sueddeutsche.de/panorama/siegaue-prozess-verurteilter-vergewaltiger-erhaelt-geringere-strafe-1.4157233

(3) https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/messerangriff-in-wuerzburg-warum-durfte-der-somalier-in-deutschland-bleiben-art-10627825

Weitere interessante Beiträge

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren