Zu wenig ausländischstämmige Chefredakteure: „Neue deutschen Medienmacher*innen“ möchten Quote für Migranten & ‘People of Color‘ einführen

Guten Morgen liebe Hessen,

Die „neuen deutschen Medienmacher*innen“ sind „ein bundesweiter Zusammenschluss von Medienschaffenden mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kompetenzen und Wurzeln“. Sie setzen sich „für mehr Vielfalt in den Medien ein“. Das Netzwerk „versteht sich als Interessenvertretung für Medienschaffende mit Migrationsgeschichte und tritt für eine ausgewogene Berichterstattung ein, die das Einwanderungsland Deutschland adäquat wiedergibt“ und will „Ansprechpartner für interkulturellen Journalismus“ sein. Hauptanliegen ist „eine stärkere Präsenz von Migrant*innen in den Medien“ (1).
Die Organisation beklagt zu wenig ausländischstämmige Chefredakteure. Aus einer Befragung von 122 Medien hatte sich ergeben, dass nur etwa 6 Prozent der Chefredakteure einen Migrationshintergrund besitzen, wobei erschwerend hinzukommt, dass kein einziger von ihnen eine außereuropäische Herkunft habe. Die ausländischen Chefredakteure stammen meist aus Ländern wie Österreich, Luxemburg, Dänemark, Niederlande, Italien oder Griechenland.
Und natürlich gebe es keinen einzigen schwarzen Chefredakteur („People of Color“). Insoweit weisen die meisten Redaktionen eine für ein Einwanderungsland „erstaunliche Homogenität“ auf. Minderheiten seien dort nicht repräsentiert. Dies wird als bedrohlich angesehen, denn – so die Geschäftsführerin des Vereins – dadurch könnten viele deutschen Medien „den Anschluss an die Realität in Deutschland verlieren“. Bereits heute besitzen in vielen Großstädten die Mehrheit der eingeschulten Kinder einen Migrationshintergrund. Deshalb fordert sie: „Vor allem öffentlich-rechtliche Sender sollten aufgrund ihres Auftrags die gesellschaftliche Vielfalt abbilden, sich als Vorreiter präsentieren und endlich nachhaltige Diversitätsstrategien konzipieren“ (2).
Was die Geschäftsführerin möglicherweise nicht weiß: in einer Leistungsgesellschaft werden Positionen grundsätzlich nach dem Leistungsprinzip vergeben. Für Angehörige des öffentlichen Dienstes – und insbesondere Beamte – ist dies in Art. 33 des Grundgesetzes festgeschrieben: Stellen sind grundsätzlich nach Eignung, Leistung und Befähigung zu besetzen (Bestenauslese). Dies bedeutet: andere Kriterien dürfen nicht berücksichtigt werden – weder positiv noch negativ. So z.B. Geschlecht, Herkunft, Religion. Dieses Prinzip gilt grundsätzlich auch in der Privatwirtschaft und wird auch in der Regel beachtet – alleine im Interesse der Unternehmen, die sich bei Einstellung der besten Bewerber auch die höchsten Gewinne versprechen.
Und so ist es auch im Bereich der Medien: Chefredakteur wird in der Regel derjenige, der aus Sicht der Geschäftsleitung dazu fachlich am besten geeignet ist und der als fähig angesehen wird, das Produkt – z.B. eine Zeitung – erfolgreich am Markt zu positionieren. Hautfarbe oder Religion spielen dabei keine Rolle. Die „neuen deutschen Medienmacher*innen“ möchten das offensichtlich ändern und eine Quote für Migranten und POC einführen. Am besten per Gesetz. Damit ist mehr Vielfalt in den Medien garantiert, aber kaum mehr Qualität.
Ihr Rainer RahnLandtagsabgeordneter
(1) https://www.neuemedienmacher.de/
(2) https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2020/migrantenorganisation-beklagt-zu-wenig-auslaendischstaemmige-chefredakteure/

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