Zuwanderer nicht mit deutscher Sprache überfordern: Offenbach vermittelt Dolmetscher an Schulen

Guten
Morgen liebe Hessen,

Die
FAZ berichtete über ehrenamtliche Dolmetscher, die das Bildungsbüro der
Volkshochschule Offenbach an Bildungseinrichtungen – insbesondere an Schulen –
vermittelt. Aufgabe dieser Dolmetscher ist es vor allem, zwischen den
jeweiligen Lehrkräften und den Eltern zu vermitteln, die über unzureichende
Sprachkenntnisse verfügen, um zu verstehen, welche Rechte und Pflichten sie als
Eltern von Kindern haben, die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen besuchen.
Die Dolmetscher werden für ihre Aufgabe in speziellen Kursen der
Volkshochschule ausgebildet, wobei ihnen Kenntnisse über das deutsche
Schulsystem, Rechte und Pflichten von Eltern sowie die Aufgaben der
verschiedenen Behörden – wie etwa des Staatlichen Schulamts und des Aufnahme-
und Beratungszentrums für neu Zugewanderte – vermittelt werden. Finanziert
wurde der Kursus aus dem Qualifizierungsprogramm für ehrenamtlich Tätige auf sozialem
Gebiet des Landes Hessen.

Die
für die Einwanderungspolitik verantwortlichen Politiker beklagen immer wieder
die häufig fehlenden oder rudimentären Deutschkenntnisse von Zuwanderern.
Tatsächlich gibt es nicht wenige, die bereits vor Jahrzehnten eingewandert sind
und dennoch kein Wort deutsch verstehen. Die Ursache ist offensichtlich: für
die meisten Zuwanderer gibt es keine Motivation, die Sprache des Gastlandes zu
erlernen. Denn sie bewegen sich meist ausschließlich innerhalb ihrer – z.B.
türkisch sprechenden – Community, kaufen in türkischen Läden ein oder gehen zum
türkischen Arzt. Auch der Umgang mit Behörden ist für die meisten Zuwanderer
unproblematisch, da zumindest in größeren Städten alle Formulare mehrsprachig vorgehalten
werden und auch vielfach mehrsprachige Mitarbeiter in den Ämtern tätig sind.

Und
die Offenbacher Initiative ist ein weiterer Schritt zur Internationalisierung
und dient letztlich nur dazu, Zuwanderer nicht mit der deutschen Sprache zu
überfordern. Wer als Elternteil in der Schule der Kinder mit den Lehrkräften
per (kostenlosem!) Dolmetscher kommunizieren kann, wird kaum motiviert, die
deutsche Sprache auch nur ansatzweise zu erlernen.

Ihr
Rainer Rahn

Landtagsabgeordneter

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